Fürstenfeldbruck - Als im vergangenen Jahr ein Stammzellenspender für die an Leukämie erkrankte Theresa gesucht wurde, war Herwig Bahner einer von Personen, die sich typisieren ließen.

Herwig und Monica Bahner wollen daran erinnern, dass Typisierungen Leben retten können.
Vor kurzem spendete der Brucker Stadtrat nun im Nürnberger Klinikum seine Stammzellen - nicht für Theresa, sondern für einen 70-jährigen Amerikaner, der ebenfalls an akuter Leukämie erkrankt ist.
„Es geht nicht darum, dass mein Mann das gemacht hat. Ich finde es einfach wichtig, dass die Leute immer wieder daran erinnert werden, dass man auf diesem Weg Menschenleben retten kann“, betont Herwig Bahners Frau Monica. Anfang Januar kam der Anruf der Deutschen Gesellschaft für Knochenmarkspende (DKMS), dass die Stammzellen Bahners zu 50 Prozent zu jemandem passen würden. „Warum rufen Sie mich dann an?“, war seine erste Reaktion, denn diese Zahl erschien ihm nicht hoch. Doch in Wirklichkeit bezeichnet diese Zahl, dass Bahners Knochenmark dem des Partienten ähnelte wie zwischen Brüdern.
Dann gingen die Vorbereitungen los: Zunächst musste ein vierseitiger Fragebogen unter anderem zu Vorerkrankungen und zu vergangenen Reisen ausgefüllt werden. Dann galt es herauszufinden, ob auch die zweiten 50 Prozent zu dem Patienten in Amerika passen würden. Diese genauere Untersuchung kostet viel Geld. Nach rund fünf Wochen stand dann fest, dass Bahners Stammzellen tatsächlich geeignet waren.
Als etwas belastend empfand er die letzten drei Tage vor der Entnahme. „So kurz vorher darf nichts mehr passieren, denn der Spender muss dann da sein, sonst stirbt der Patient“, berichtet Herwig Bahner. Einige Tage vor der Übertragung werden bei dem Empfänger die eigenen Stammzellen entnommen, die dann durch die gesunden ersetzt werden sollen. Verzögerungen oder ein Ausfall des Spenders können dann tödlich sein.
Bei der eigentlichen Spende wurde der CSU-Politiker an eine Maschine angeschlossen, durch die innerhalb von fünfeinhalb Stunden fünf Mal das gesamte Blut des Körpers lief.
Ein Computer hatte zuvor angesichts des Gewichts des Empfängers und des Spenders berechnet, wie viele Stammzellen benötigt werden. Dies waren in diesem Fall sieben Millionen. Während der Zeit an der Maschine sei es ihm gut gegangen. Das einzige, was gestört habe, sei deren immenser Lärm gewesen, erinnert sich Bahner. Am nächsten Tag habe er etwas länger geschlafen, sich ansonsten aber gut gefühlt.
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