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    • 11.07.12
    • Fürstenfeldbruck
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Gefährliches Ufer am Pucher Meer

18-Jähriger rettet Kind vor dem Ertrinken

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Fürstenfeldbruck - Eigentlich will sich Alexander Beyer am Pucher Meer nur vom Prüfungsstress erholen. Doch dann verändert der Badetag das ganze Leben des 18-Jährigen.

© akk

Sieht nur harmlos aus: An dieser gefährlichen Stelle am Westufer zieht Alexander Beyer den kleinen Augusto aus dem Pucher Meer.

Seit etwa einer Stunde relaxt Alexander mit seinen Spezln am Baggersee bei Fürstenfeldbruck. Der Samstagnachmittag ist schon fortgeschritten. Da wird die Gruppe auf einen kleinen Buben aufmerksam. „Sein Kopf war mal über, mal unter Wasser“, sagt Alexander. „Es sah fast so aus, als machte er Tauchübungen.“

Doch der 18-Jährige ist sofort alarmiert. Er kennt die Stelle am Westufer des Sees. Sie sieht harmlos aus. Aber nach wenigen Schritten wird das Wasser tief - zu tief für Augusto. Er ist erst fünf Jahre alt, kann nicht schwimmen und hat keine Schwimmflügel an. Alexander rennt sofort los. „Ich hab gar nicht nachgedacht.“ Der Oberschweinbacher stürzt sich ins Wasser und zieht den Buben raus.

Augusto ist ohnmächtig. Alexander behält die Nerven. Während er mit seiner Familie in Norwegen lebte, hat er an der internationalen Schule in Stavanger einen Kurs in Erster Hilfe absolviert. Der 18-Jährige versucht bei dem Buben eine Herzdruckmassage. Und tatsächlich: Noch bevor der Notarzt eintrifft, den seine Freunde geholt haben, kommt Augusto zu sich.

Dessen Eltern haben bange Augenblicke hinter sich. Der Sohn hatte am Beachvolleyballplatz Federball gespielt. „Augusto wollte einen Schläger aus dem Wasser holen. Er ist die Böschung hinuntergerutscht“, erklärt der Vater.

Lebensretter Alexander sitzt an diesem Abend noch lange mit seinen Freunden am Pucher Meer. Sie feiern das glückliche Ende der Aktion. Schon in diesen Stunden beginnt in dem 18-Jährigen ein Plan zu reifen. Der Realschulabsolvent will das Helfen zu seinem Job machen. „Eigentlich wollte ich Industriemechaniker werden, doch nach diesem Erlebnis wäre mein Traumberuf Rettungssanitäter.“

Für sein beherztes Eingreifen wird Alexander vom Verein Bürger und Polizei geehrt. Walter Müller, Leiter der Inspektion Bruck, überreicht dem Lebensretter und Hobby-Golfer einen Gutschein zum Golfspielen. Doch als Erstes holt sich der 18-Jährigeh noch am Abend seiner guten Tat einen Rüffel von seinem Vater ab. Nach der Feier am See verpasst er nämlich das Anruf-Sammeltaxi, kommt viel zu spät heim. „Mein Papa war sauer, weil ich nicht pünktlich war.“ Als Frank Beyer aber den Grund für die Verspätung erfährt, ist er unheimlich stolz auf seinen Sohn und dessen Einsatz.

Auch der kleine Augusto spricht natürlich mit seinen Eltern über den Unfall am See, nachdem der erste Schock abgeklungen ist. „Er will jetzt unbedingt schnell schwimmen lernen“, berichtet sein Vater. Die Familie aus München wird diesen Sommer also noch viel zum Baden fahren - allerdings nicht mehr ans Pucher Meer. Von dem Brucker See hat Augusto vorerst die Nase voll.

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