Tretminen-Alarm: Tierkot stinkt Badegästen

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    • 04.07.12
    • Germering
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Gänse und Enten am Germeringer See

Tretminen-Alarm: Tierkot stinkt Badegästen

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Germering - Gänse- und Entenalarm am Germeringer See: Immer mehr Wasservögel siedeln sich dort an. Deren Hinterlassenschaften sorgen bei den Badegästen für Ärger.

Ihre Hinterlassenschaften verdrecken Wiesen und Wasser. Jetzt greifen die Behörden zu drastischen Mitteln - damit das Erholungsgebiet nicht endgültig zum Entenklo verkommt.

Von Wiesen, Wäldern und Feldern umgeben liegt der See am Fuße des Parsbergs. Doch die Idylle trügt. Bei jedem Schritt müssen sich Badegäste auf den Liegeflächen davor hüten, nicht in Hinterlassenschaften der Wasservögel zu treten. Wer sein Handtuch ausbreiten will, tut gut daran, erstmal Gänse- und Entenhäufchen zu entfernen. Ein Kilogramm Kot scheidet eine Gans pro Tag aus. Das stinkt den Badegästen gewaltig. Auch das kühle Nass ist nicht so sauber, wie es sein sollte: Unansehnliche braune Fladen aus vergammelten Algen und Tierkot dümpeln auf der Oberfläche (siehe Kasten).

Inzwischen wurden am See 100 Enten und 40 Gänse beobachtet. Thomas Wieser, der sich bei der Stadt Germering um Umweltschutz kümmert, ist alarmiert. „An sich stellen die Tiere kein Problem dar, die schiere Menge von ihnen aber schon.“ Deshalb macht die Stadt jetzt ernst. Wasservögel haben momentan eigentlich Schonzeit. Angesichts der Lage hat Germering aber für Mitte Juli von der Jagdbehörde eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss bekommen. Ob es etwas bringt? Wieser: „Wir müssen abwarten.“

Für Rudolf Summer, Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, schreit die Situation nach einer Lösung. „Auf lange Sicht muss man sich überlegen, ob der Germeringer See für Menschen oder für Tiere geeignet ist.“ Für beide sei das Gewässer zu klein. Das Gesundheitsamt untersucht regelmäßig die Qualität des Wassers. Noch ist sie gut. Dem See fehlt aber ein Zufluss, das Wasser wird nicht richtig ausgetauscht. Dazu kommt der Tierkot. Ob die Wasserqualität in zehn Jahren also immer noch einwandfrei ist, kann Summer nicht sagen. Eine Prognose will er nicht abgeben. „Ich bin kein Prophet.“ Enten und Gänse können mit ihrem Kot auch Salmonellen ausscheiden, die sich dann im Wasser ablagern. „Wenn das Wasser schlechter werden sollte, kann das zu Durchfallerkrankungen führen.“

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren schon einiges ausprobiert. Der Kot wurde zum Beispiel abgesammelt. „Das ist aber eine Sisyphusarbeit“, sagt Wieser. „Einen Tag lang ist es sauber. Aber am nächsten hat man schon das Gefühl, nie etwas gemacht zu haben.“ Als langfristige Maßnahme kann sich auch Rudolf Summer nur vorstellen, die Vögel zu bejagen und zu verjagen. „Aber die Tiere sind einfach zu schlau“, sagt er. „Die Gänse haben nicht mal mehr Angst vor Menschen.“

In Mammendorf übrigens, wo bis vor wenigen Jahren Wildgänse die Liegewiese verunstalteten, herrscht mittlerweile großer Friede. Wie Wasserwachtssprecher Benjamin Miskowitsch berichtet, gibt es am See genau noch eine Gänse-Familie. „Die Tiere sind ganz nett anzuschauen.“

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