Fürstenfeldbruck - Zahlenmäßig hat der Brucker Faschingszug heuer etwas zulegen können. 30 Wagen und Fußgruppen zählten die Organisatoren von der Faschingszug-AG, zwei mehr als im Vorjahr.
Für die rund 5000 Zuschauer gab’s also noch mehr Gelegenheit Hüte und Tüten mit Bonbons zu füllen. Strahlende Kinderaugen, wenn ein Fang geglückt war, und Eltern, die im Takt der Musik mithüpften, bestimmten an vielen Stellen das Bild. „Der Brucker Zug ist halt eher der familienfreundliche und nicht so laut“, charakterisiert Sandro Räthel, der zweite Vorsitzende der Faschingsfreunde, die Stimmung und zeigt sich damit recht zufrieden.
Damit verbunden gab es auch nur wenige Wagen und Fußgruppen mit regionalen beziehungsweise lokalpolitischen Themen. In dieser Beziehung waren die Faschingfreunde vorbildlich. Sie erinnerten daran, dass örtliche Vereine wegen eines internationalen Snookerturniers umdisponieren mussten. „Ein Billardtisch blockiert Fürstenfeld“, schrieben sie in großen Lettern auf ihren Wagen.
In der Wertung für den besten Wagen waren sie als Mitorganisatoren natürlich nicht vertreten. Den Sieg holte sich der Wagen von Oberbürgermeister Sepp Kellerer, der die Griechenlandkrise aufgriff. „Schuldenaustausch, Akropolis nach Bruck, Schulden nach Griechenland“, wurde gefordert. Knapp dahinter landete der Burschenverein Adelshofen mit dem Motto „Blauer sucht Frau“ und die Brucker Feuerwehr, die für ihr 150-jähriges Bestehen pfiffige Werbung in eigener Sache machte.
Bei den Fußgruppen sammelte Pippo die meisten Punkte. Er wies mit einem phantasievoll konstruierten Doppeldecker auf das Ende von Fursty hin. Auf Rang zwei landeten die temperamentvollen Trommler von Sambavaria, dahinter lief das Kinderhaus Sausebraus ein.
Den gleichzeitig stattfindenden Gaudiwurm in Gernlinden betrachtet Räthel nicht als Konkurrenz. „Da nimmt keiner dem anderen etwas weg. Bruck und Gernlinden haben jeder ihr Publikum.“ Die Menschen auf den Brucker Straßen erwiesen sich als fröhlich und friedlich. „Keine besonderen Vorkommnisse“, meldet die Brucker Polizei am späteren Nachmittag.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Geschehen längst zur Party in der Marthabräuhalle verlagert. Auf dem Hauptplatz war bereits das Aufräum-Kommando des Bauhofs vor Ort, das ebenso vorbildlich zu Werke ging wie Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Rotes Kreuz während des Zuges. Auch die Stände hatten gegen 16 Uhr bis auf eine Ausnahme schon geschlossen. Nur ein paar Freunden des Gerstensaftes war der Schlusspfiff auf der Hauptstraße scheinbar entgangen.
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