„Immer mehr Familien scheitern an den täglichen Herausforderungen“, sagt Jens Tönjes, Kreis-Vorsitzender des Kinderschutzbundes. Und genau da setzen die Familienpaten an: Sie hören zu, muntern auf und suchen mit der Familie einen Weg aus Krisensituationen - eine Hilfe zur Selbsthilfe.
„Es gibt im Landkreis bereits verschiedene Patenprojekte, die aber meist örtlich begrenzt sind“, sagt Ulrike Kornacher von der koordinierenden Kinderschutzstelle im Jugendamt. „Der Kinderschutzbund bietet nun ein landkreisübergreifendes Projekt. Das ist gerade für den westlichen Landkreis wichtig, der beim sozialen Angebot etwas unterentwickelt ist.“
Das Angebot ist präventiv, kostenlos und freiwillig; die Paten engagieren sich ehrenamtlich. Die Schauspielerin Monika Baumgartner setzt sich als Botschafterin ein: „Mein Hauptpunkt ist die Niederschwelligkeit des Projekts. Die Anlaufstation ist kein Amt, das baut Schwellenängste ab und ermöglicht eine leichtere Zugänglichkeit zu den Familien.“
Das Projekt ist bis August 2015 ausgelegt. Über 40 Familien im Landkreis sollen bis dahin begleitet werden; 20 Anfragen gibt es bereits. 60 000 Euro wird das Projekt insgesamt kosten, finanziert wird es durch die Sparkassenstiftung und die Stiftung Aktion Mensch. „Das Anliegen unserer Stiftung ist es, die regionale Lebensqualität zu verbessern“, sagt Sparkassen-Chef Klaus Knörr.
Die Paten werden zwei bis vier Stunden wöchentlich in den Familien verbringen. „Es ist eine sehr wichtige Aufgabe, die auch Zeit kostet“, sagt Koordinatorin Susanne Frauwallner. Die Paten unterstützen bei der Strukturierung des Alltags und der Haushaltsplanung, sie entwickeln mit den Familien passende Umgangsformen und wirken bei der Freizeitgestaltung mit. Zudem entlasten sie die Eltern bei der Kinderbetreuung und Helfen bei Wohnungssuche, Behördengängen und Arztbesuchen. „Sie bieten Kindern wieder einen behüteten Raum mit festen Bindungen“, erklärt Landrat Thomas Karmasin. Ulrike Kronacher ist selbst Patin: „Ich bin bei einer afrikanischen Familie. Mit den Kindern schau ich Bilderbücher an und bringe ihnen so Deutsch bei.“
Die Paten kommen aus allen Bevölkerungsschichten, einige haben auch Migrationshintergrund. „In Puchheim gibt es eine Patin mit irakischer Herkunft. Das hilft uns beim Abbau sprachlicher und kultureller Barrieren“, berichtet Koordinatorin Frauwallner. Bevor die Paten auf ihre Familie treffen, besuchen sie erst eine Schulung. Dabei lernen sie, worauf es im Umgang mit Krisen ankommt.
Kontaktinfo
Der Kinderschutzbund
ist unter der Telefonnummer (0 81 41) 6 25 50 11
zu erreichen.















