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Vater tötet Embryo im Bauch

Fürstenfeldbruck - Ein Serbe steht in München vor Gericht. Er soll seine Frau in Bruck misshandelt haben.

Wie viel Gewalt erträgt eine Frau, bis sie ihren eigenen Ehemann anzeigt? Bei einer vierfachen Mutter aus Fürstenfeldbruck dauerte es jahrelang, bis sie endlich gegen ihren Peiniger vorging. Er hatte ihr trotz sechster Schwangerschaftswoche derartig brutal in den Bauch getreten, dass sie einen Milzriss erlitt. Nur durch eine Notoperation konnte sie gerettet werden, der Embryo überlebte den Eingriff nicht.

Diese Attacke war schließlich der Anlass für sie, ihren Peiniger anzuzeigen. Im März vergangenen Jahres wurde der eigentlich abgeschobene und untergetauchte Serbe gefasst. Gestern zu Prozessauftakt räumte er die Attacke halbherzig ein. „In diesem Moment hat sich mein Knie losgesagt und ist in ihrer Magengegend gelandet. Ich wollte nicht, dass so etwas geschieht und ich sie mit dem Knie so schlage“, sagte er. Das war sein bis dato größtes Eingeständnis.

Gegenüber seinem Pflichverteidiger Joachim Schwarzenau hatte er sich bislang entweder als taub ausgegeben oder den Vorwurf schlichtweg bestritten. Ursprünglich war der Streit angeblich nur verbaler Art gewesen - wie so oft in der Ehe der beiden. Doch das erfahrene Gericht entlockte dem Angeklagten immer mehr Details aus seinem wiederholt herzlosen Vorgehen.

Demnach hatte es der 37-Jährige gar nicht geduldet, wenn sich seine Frau - schick gemacht - mit ihren Freundinnen traf, geschweige denn, wenn sie mit einem anderen Mann telefonierte. Immer wieder flüchtete sie sich ins Frauenhaus, nach seiner Aussage, weil sie sich ausspannen wollte.

Dass sie dort behauptete, von ihm geschlagen worden zu sein, sei glattweg gelogen, sagte er frech. „Sie haben den Milzriss aber mitbekommen?“, erkundigte sich der Vorsitzende Richter Ralph Alt nun näher zum angeklagten Gewaltvorwurf. „Ja,“, erwiderte der Serbe, „und das tut mir auch sehr leid. Es kann schon sein, dass es ein starker Schlag war“, übersetzte die Dolmetscherin. Seine Frau sei rücklings auf dem Bett gelegen. „Wie geht denn das?“, fragte der Richter. „Ich bin aufs Bett gestiegen, ich wollte sie beruhigen“, meinte der Angeklagte.

Angeblich litt sie unter Depressionen und epileptischen Anfällen und musste Medikamente nehmen. Der Prozess dauert an.

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