Garching - Er hört auf den zuckersüßen Namen Muffin und ist der Star im Garchinger Kindergarten am Falkensteinweg: Dem Retriever liegen zweifelsohne die Kinderherzen zu Füßen.

Mit Muffin im Garten zu spielen, ist für Heilpädagogin Julia Wufka und alle Kinder immer wieder ein großer Spaß. foto: dieter michalek
Dabei hilft der Hund den Kleinen ganz spielerisch, sich an Regeln zu halten und Verantwortung zu übernehmen.
Mit wachem Blick folgt Muffin dem Ball, den der kleine Leon hochhält und danach mit aller Kraft über die Wiese des Kindergartens wirft. Blitzschnell wetzt der einjährige Retriever hinterher und bringt den Gummiball in der Schnauze mit wedelndem Schwanz zurück.
Die Kinder ringsum kichern aufgeregt. Jeder will mit Muffin spielen, ihn streicheln und seine Aufmerksamkeit gewinnen. Aber Muffin ist nicht nur Spielgefährte. Er ist auch Tröster und Bezugsperson in einem. „Manche Kinder brauchen ihn sogar, um richtig anzukommen“, sagt Heilpädagogin Julia Wufka. So wie Jonas. Er ist erst seit kurzem im Kindergarten und hatte zu Beginn große Berührungsängste. „Aber wenn er Muffin sieht, dann blüht er richtig auf und verliert seine Scheu“, freut sich Wufka.
Vor einem Jahr hatte sich die Pädagogin dazu entschlossen, einen Kindergartenbegleithund zur Unterstützung in die Garchinger Einrichtung zu holen. Vom Konzept der sogenannten tiergestützten Intervention war sie schon lange begeistert. Auch die Kindergartenleitung und die Stadt Garching waren sofort angetan von der Idee. Regelmäßige Besuche und diszipliniertes Training in der Hundeschule haben Muffin beigebracht, auf Befehle und Handbewegungen zu reagieren. Manchmal reicht auch nur ein Wink von Frauchen Wufka und der Rüde weiß genau, was er zu tun hat.
Anfangs, erzählt Wufka, hätten einige Eltern Bedenken gehabt, gerade weil Muffin kein kleiner Hund ist, aber auch aus hygienischen Gründen. Deswegen gelten für Muffin strenge Regeln: In die Küche darf er nicht, auch beim gemeinsamen Essen muss er im Korb bleiben. Nur nach dem Essen darf er „staubsaugen“, wie Wufka es nennt. Dann freut sich Muffin, wenn er den ein oder anderen schmackhaften Krümel ergattert, der auf den Boden gefallen ist. Ansonsten hat Wufka immer selbst gebackene Leckerlis für den Rüden dabei. „Aber er frisst auch frisches Obst und sogar Joghurt“, sagt sie lachend.
Ganz unbewusst und vor allem spielerisch hat Muffin viele Kinder hier in der integrativen Einrichtung verändert und ihnen geholfen, in verschiedenen Lebensbereichen Fortschritte zu machen. So lernen die besonders zappeligen Kinder, dass sie ruhig und sanft mit Muffin umgehen müssen, wenn sie ihn streicheln wollen. Sie lernen auch, dass man Hundehaufen nicht am Wegesrand liegen lassen darf, und was es heißt Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Dank Muffin achten die Kleinen auch auf mehr Ordnung in den Gruppenräumen. Denn sie wissen: Alles, was am Boden liegt, könnte Muffin in die Pfoten bekommen oder sich vielleicht daran verschlucken.
Für die Erzieher im Kindergarten am Falkensteinweg und vor allem für die Kinder steht fest: Ohne Muffin geht es nicht mehr. Und wer sieht, wie viel Spaß der Retriever hier hat, der ist sich sicher, dass auch Muffin seine große Kindergartenfamilie nicht mehr missen möchte.
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