Garmisch-Partenkirchen - Plakate an der Bundesstraße sorgen für Zündstoff: Der Bund Natruschutz sieht in den Sprüchen eine "Verleumdung". Kreisvorsitzender Axel Doering erwägt rechtliche Schritte...

Aufreger: Die Schilder, die Josef Ostler im Namen der Initiative „Zwei Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“ im Ort aufhing, werten die Naturschützer als Angriff. foto: sehr
„Bund Naturschutz fordert: weiterhin Gefährdung unserer Kinder.“ Ein Satz, der Axel Doering zur Weißglut bringt. Vor allem, weil dieser Spruch über drei Wochen lang auf Plakaten an der Bundesstraße 23 in Garmisch-Partenkirchen prangte. Hinter der Aktion steht die Initiative „Zwei Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“. Sie spielt damit auf die kritische Position der Naturschützer auf Landesebene zur Ortsumfahrung Garmisch an.
Doch Doering, Kreisgruppen-Vorsitzender des Bundes Naturschutz (BN), will sich das nicht gefallen lassen: „Das geht zu weit.“ Er erwägt „juristische Schritte“ gegen die Tunnel-Initiative. Die Plakate bezeichnet er als „Verleumdung“
Schocken kann Doering die Betroffenen nicht mit seiner Drohung. „Ich hab’ mir schon gedacht, dass er nicht begeistert ist“, sagt Josef Ostler, Mitglied der Tunnel-Initiative. Der Garmisch-Partenkirchner zeichnet für die Plakat-Aktion verantwortlich. Juristischen Schritten blickt er „sehr gelassen und ganz locker“ entgegen. „Wir haben das Vorgehen im Vorfeld mit einem Anwalt besprochen.“
Diese Liste war Ostler zufolge der Auslöser für die Schilder-Aktion. Insgesamt sieben Stück mit verschiedenen Sprüchen ließ die Initiative drucken. Die Mitglieder hängten sie vor knapp vier Wochen auf. „Die Genehmigung der Gemeinde lag vor“, betont Ostler. Allerdings nur für einen Monat, deshalb nahm er die Plakate nun wieder ab.
Für viel Aufruhr haben sie trotzdem gesorgt, Auch Tessy Lödermann hat dazu viele Anrufe bekommen. Das BN-Mitglied empfindet die Aktion als „Vorgehen auf der Grundlage von Unwahrheiten“. Sie spricht von „klaren Lügen und Verleumdungen“ der Tunnel-Befürworter, mit denen die Mitglieder des BN „öffentlich mit Dreck beworfen werden“.
Vor allem die Art und Weise der Vorwürfe macht sie wütend. „Ich fühl’ mich persönlich in Misskredit gebracht.“ Sie habe in ihrer Funktion als Leiterin des Tierheims in Garmisch-Partenkirchen häufig mit Kindern zu tun und ihr liege der liebevolle Umgang mit ihnen „sehr am Herzen“.
Janine Tokarski
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