Garmisch-Partenkirchen - Die Olympia-Macher können aufatmen: Die Mehrheit der Bürger in Garmisch-Partenkirchen ist für die Winterspiele in ihrem Ort. Doch geben 58 Prozent Zustimmung wirklich den nötigen Schwung in der Endphase der Bewerbung?

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Gegen 20.30 Uhr ist alles klar: Die Olympia-Befürworter haben die Bürgerentscheide gewonnen. Im Foyer des Rathauses brandet Jubel auf, eine ältere Frau schüttelt ihren Schellenring und sorgt lautstark für Stimmung. Während um Peter Fischer, Vertreter des Bürgerentscheids pro Olympia, Jubel erklingt, ist es wenige Meter weiter ruhig. Gefasst, aber sichtlich enttäuscht nimmt Axel Doering, Frontmann des Bürgerbegehrens gegen die Winterspiele, die Zahlen zur Kenntnis, die auf einem von drei Monitoren erscheinen. „Der Jubel ist allerdings verfrüht“, sagt er. Denn das Ergebnis sei kein „klares Signal“.
Der bayerische Sportminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach von einem „glücklichen Moment“. Für die Bewerbung sei die Zustimmung per Bürgerentscheid „ein ganz wichtiges Kriterium“. Für Garmisch-Partenkirchen selbst werde der Ausgang, so meint Spaenle „pazifizierende Wirkung“ haben. Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold erwartet einen „kräftigen Schub“ für die Bewerbung. „Olympia – der Weg ist frei.“
Für Axel Doering, Vorsitzender des Vereins NOlympia, war das Ergebnis der Abstimmung „keine Überraschung“. Es gebe nach wie vor Möglichkeiten darauf hinzuwirken, „dass München den Zuschlag nicht bekommt“. Der grüne Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann, Wortführer der Olympia-Gegner in München, erklärte: „Die Pro-Olympia-Seite ist mit einem blauen Auge davon gekommen.“ Aber das Ergebnis sei knapp und die Bewerbung habe dadurch letztlich an Boden verloren. „65 Prozent wären eine deutliche Niederlage gewesen.“
Nicht sonderlich enttäuscht wirkte auch Hubert Weiger, Landeschef des Bund Naturschutz. Die Befürworter hätten keine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht, das sei „angesichts der massiven Unterstützung durch Geld und Prominenz“ nicht berauschend.
Die Gegner hofften weiter auf ein Scheitern, würden jetzt aber nicht weiter nach juristischen Gegenmaßnahmen suchen, bestätigte Weiger. „Wir warten den 6. Juli ab“ – dann wird das Internationale Olympischen Komitee im südafrikanischen Durban den Austragungsort bestimmen.
Von D. Walter, T. Schmidt, J. Löhr und T. Brinkmann
Rubriklistenbild: © dpa
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