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Auf den Föhn folgt der Schnee

Garmisch-Partenkirchen - Das FIS-Cup Skispringen, das am kommendenen Wochenende in Garmisch-Partenkirchen hätte stattfinden sollen, ist abgesagt. Es gibt einfach nicht genug Schnee. Keine Gefahr besteht jedoch für den City Sprint und das Neujahrsskispringen.

Wintermärchen: Thomas Morgenstern beim diesjährigen Neujahrsspringen über Garmisch-Partenkirchen. foto: Kor

Wintermärchen: Thomas Morgenstern beim diesjährigen Neujahrsspringen über Garmisch-Partenkirchen. foto: Kor

Mitte November, zwei Wochen vor Weihnachten und nicht mal auf den Bergen liegt richtig Schnee. Für Wintersportler ist die Situation derzeit mehr als unbefriedigend. Nach dem Ski-Opening auf der Zugspitze ist jetzt bereits die zweite Veranstaltung in der Region den warmen Temperaturen zum Opfer gefallen.

„Den FIS-Cup haben wir abgesagt“, sagt Michael Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen (SCP). Eigentlich hätten sich am kommenden Wochenende Nachwuchsspringer aus ganz Europa auf der Olympia-Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen messen sollen - doch für die Präparierung der Anlage gibt’s keinen Schnee. Für den SCP wäre das eine gute Gelegenheit gewesen, die Neuerungen beim Neujahrsspringen, wie etwa das Windnetz, schon einmal zu testen. „Wir versuchen jetzt einen Alternativ-Termin zu finden“, meint Maurer. Aufgrund des vollen Kalenders gestaltet sich dies jedoch nicht so einfach.

Entwarnung gibt der SCP-Chef dagegen für das Neujahrsskispringen: „Notfalls karren wir den Schnee von woanders her.“ Auch wenn dies die schlechtmöglichste Lösung sei. Doch besonders viel von der weißen Pracht sei gar nicht nötig: „Die Schanze ist eine andere Dimension als eine Abfahrtsstrecke.“ Aber so weit werde es nicht kommen, gibt sich Maurer optimistisch: „Gegen den 20. Dezember kommt eine Kälteperiode, dann können wir Kunstschnee produzieren.“

Manfred Kristen, Leiter der Wetterwarte auf der Zugspitze, sieht diese schon zum Wochenende nahen. „Jetzt haben wir erstmal zwei Tage Föhn, und dann schaut es so aus, als ob es winterlicher wird.“ Die Temperaturen fallen und es schneit. „Aber es wird nicht die große Schneemenge.“ Weiter als sieben Tage mag der Wetterexperte allerdings nicht in die Zukunft blicken. „Das ist unseriös.“

Keine Gedanken über den 30. Dezember, den Tag des City Sprints in der Garmischer Fußgängerzone, macht sich bislang Peter Fischer. „Am 29. brauch’ ich Schnee“, sagt der Erste Vorsitzende des Skiclubs Garmisch. Freilich wäre es gut, wenn es langsam kälter werden würde, damit Kunstschnee produziert werden kann. Der Club bekommt für die Veranstaltung zwar den Abrieb aus dem Eisstadion, „aber der genügt nicht“. 40 LKW-Ladungen sind für die Strecke nötig. „Aber die kann man auftreiben“, sagt Fischer. Ausgefallen ist der City Sprint erst ein einziges Mal.

Guter Dinge ist auch der Organisator des König-Ludwig-Laufs in Oberammergau, der am 4. und 5. Februar 2012 stattfindet. „Der Schnee kommt“, ist Hans Reicherl überzeugt. Er rechnet mit über 4000 Teilnehmer. „Die kann ich nicht enttäuschen.“ Künstlichen Schnee muss der Veranstalter ohnehin produzieren, zum Flicken der Loipe. „Aber mein Versprechen gilt: Der Schnee kommt.“

Der wäre auch im Garmisch-Partenkirchner Classic-Skigebiet willkommen, denn noch sind die Pisten und Bahnen geschlossen. Aber Klaus Schanda, Sprecher der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB), kündigt an: „Irgendwann in den nächsten Tagen machen wir auf.“ Heute wollen sich die Verantwortlichen zusammenzusetzen und eine Entscheidung treffen. „Aber es schaut nicht schlecht aus, dass auch die Brettl-Fans endlich auf ihre Kosten kommen.“ Erste Vorboten gibt’s am Wochenende, wenn’s endlich ein bisschen schneit.

Julia Pawlovsky

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