Ein Blickfang ist das Zugspitzkreuz allemal. Auf dem arabischen Werbeprospekt hat es jedoch gefehlt. foto: dpa

Krisengipfel in Garmisch-Partenkirchen

Streit ums Zugspitzkreuz hat ein Ende

Garmisch-Partenkirchen - Der Ärger um den kreuz-freien Prospekt für arabische Gäste hat möglicherweise ein Ende: Die BZB-Chefs sprechen sich mit Weihbischof Wolfgang Bischof aus.

Der Segen bei der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) hing im vergangenen Sommer mächtig schief. Das Garmisch-Partenkirchner Unternehmen musste sich plötzlich deutschlandweit in den Medien erklären, warum auf dem Werbeprospekt für arabische Gäste die Zugspitze ohne Gipfelkreuz zu sehen ist. Sogar der - falsche - Vorwurf der Retusche machte die Runde und brachte der BZB Ärger mit der Katholische Kirche ein. Nun ist alles vergeben und vergessen. „Wir haben das Missverständnis aus der Welt geräumt“, sagt Matthias Stauch, Kaufmännischer Chef der BZB, über ein längeres Gespräch mit Wolfgang Bischof, Weihbischof des Erzbistums München. An seiner Strategie hält das Unternehmen dennoch fest.

Bischof war einer der Geistlichen, die sich im vergangenen August zum Prospekt-Wirbel bei der BZB geäußert hatten. Und das mit deutlichen Worten: In einem Interview mit „Der Welt“ nannte er es „unnötig und irreführend“, dass auf den Werbefotos das Zugspitzkreuz nicht zu sehen ist. Zudem könne der Eindruck entstehen, dass die religiösen Wurzeln Bayerns geleugnet werden sollen. Für den Weihbischof würden Gipfelkreuze einfach zu den Bergen dazugehören. Ob er diese Ansicht auch in der vergangenen Woche im Partenkirchner Pfarrheim verdeutlicht hat, ist nicht bekannt. Seiner Sprecherin Bettina Goebner zufolge sei das Prospekt zwar „Anlass für das Gespräch“ gewesen. Darin seien aber auch andere Themen, wie etwa die Tourismus-Seelsorge oder Gottesdienste mit indischen Pfarrern, angesprochen worden. Auf jeden Fall habe der Austausch in einer „sehr offenen, vertrauensvollen Atmosphäre“ stattgefunden. „Es war ein sehr gutes Gespräch.“

Diesen Aspekt betont auch Stauch. „Wir haben uns in bestem Einvernehmen getrennt.“ Zuvor habe die BZB nochmals betont, dass für den arabischen Werbeprospekt keine Fotos retuschiert worden seien. Vielmehr habe es sich um einen ungewöhnlichen Bildausschnitt gehandelt. Der Zugspitzgipfel sei „zwei Zentimeter“ neben dem Kreuz gezeigt worden. „Das werden wir nicht mehr machen“, sagte Stauch.

Für den neuen Prospekt, der nächsten Sommer entstehen soll, werden Stauch zufolge andere Bilder verwendet. Diesmal will es die BZB besser machen. Die arabische Version wird deshalb ein Motiv mit „Schnee und Bergen“ zeigen, dass nicht in unmittelbarer Nähe zum Kreuz entsteht. Das Zeichen Gottes soll aber, genauso wie die Kapelle am Platt, auf einer anderen Seite zu sehen sein. „Wir wollen das“, betont Stauch, „natürlich nicht verstecken“.

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