4300 Hektar, gut 2000 Höhenmeter, die vom Hausberg bis auf die Zugspitze reichen - das ist Simone Herrmanns Revier. Die 28-Jährige ist die erste Försterin in Bayern, die rein im Hochgebirge tätig ist. Eine Aufgabe, die sie nicht schreckt: „Ich war vorher bei den Bayerischen Saalforsten im Pinzgau, die Aufgaben waren ähnlich.“ Für Herrmann, die aus Brotterode im Thüringer Wald kommt, stand schon sehr früh fest, dass sie in der Natur arbeiten will - vorzugsweise in den Bergen. „Nur im Büro zu sitzen, das wäre wirklich nichts für mich.“
In ihrem neuen Wirkungskreis in Grainau, wo die Nachfolgerin von Axel Doering im Rathaus zu finden ist, hat sie immer dienstags von 10 bis 12 Uhr einen festen Sprechtag für die Anliegen von Waldbesitzern, Jägern und anderen. „Ansonsten kann ich mir meine Zeit frei enteilen.“ Und das heißt in Herrmanns Fall, dass sie möglichst oft draußen ist. Ihr Revier erkundet die Diplom-Forstingenieurin (FH) derzeit vor allem zu Fuß, beziehungsweise mit Schneeschuhen. Dabei nimmt sie auch den Baumbestand unter die Lupe, um festzulegen, was in heuer geschlagen wird. „Das ist für die Jahresbetriebsplanung nötig.“ Die meisten Ansprechpartner sind ihr mittlerweile vertraut, auch die Weiderechtler - „die gab’s im Pinzgau nicht“ - und die Vertreter der Bayerischen Zugspitzbahn hat sie bereits kennengelernt. Vorbehalte gegen sich als junge Frau erfährt sie dabei nicht. „Für mich ist es überhaupt kein Problem allein unter Männern zu arbeiten, und ich glaube, das gilt auch für die Männer.“ Neugierig, mit wem sie’s denn künftig zu tun haben, seien allerdings etliche gewesen, erzählt sie schmunzelnd.
Neben dem Wald sind es vor allem Naturschutzbelange, denen sich Herrmann in ihrem Hochgebirgsrevier widmet. „Ohne geht’s nicht“, betont sie. Speziell in den höheren Lagen gebe es Bereiche, die man in Ruhe lässt. „Da muss man natürlich aufpassen, dass da auch sonst niemand etwas anstellt.“ Die Arbeit im Freien, findet Herrmann „sehr spannend“. Insbesondere, „dass man sich in der Natur nie auf etwas verlassen kann“, reizt die Thüringerin, die auch auf die Jagd geht. „Das gehört zum Beruf dazu, dafür muss man sich auch Zeit nehmen.“ Außerdem fasziniert sie schon seit ihrer Kindheit Holz: „Das ist etwas Feines, es riecht super und lässt sich wunderbar bearbeiten. Eintönig ist das ganz bestimmt nicht.“ (tab)















