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„Gefillte Fisch und Schweinsbraten“

Garmisch-Partenkirchen - Axel Zeman aus Farchant und Alexandra Pfadler aus Krün haben einen offenen jüdisch-boarischen Stammtisch ins Leben gerufen. Das erste Treffen findet am Donnerstag, 1. März, in Garmisch-Partenkirchen statt.

Probesitzen: Die Initiatoren Axel Zeman und Alexandra Pfadler üben im Gasthof Kirchmayer in Farchant schon mal für den jüdisch-boarischen Stammtisch. foto: sehr

Probesitzen: Die Initiatoren Axel Zeman und Alexandra Pfadler üben im Gasthof Kirchmayer in Farchant schon mal für den jüdisch-boarischen Stammtisch. foto: sehr

Die Faszination an der Tradition und Kultur des Judentums ist es, die Axel Zeman aus Farchant und Alexandra Pfadler aus Krün eint - und antreibt. So haben die beiden einen jüdisch-boarischen Stammtisch ins Leben gerufen. Erster Termin ist am Donnerstag, 1. März, um 19.30 Uhr im Kurparkcafé Adlwärth in Garmisch-Partenkirchen.

Los ging alles am jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana Ende September. Bei einem Konzert im Garmisch-Partenkirchner Marshall Center waren sehr viele Juden aus der Region anwesend. „Da hab’ ich mich gefragt: Wo treffen die sich denn sonst?“, erklärt Zeman. Da es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen keinen Treffpunkt gibt, sahen die beiden Handlungsbedarf. „Das Judentum soll eine Telefonnummer haben“, beschloss der 51-Jährige. Pfadler war sofort dabei.

Dem jüdischen Glauben gehört übrigens keiner der beiden an. Zeman wuchs in einer christlichen Familie auf und arbeitet bereits seit 25 Jahren als katholischer Religionslehrer an der Grundschule Farchant. Pfadler wurde nie getauft und ist konfessionslos. In der Schule wurde sie auf das Judentum aufmerksam. Vor rund sieben Jahren lernte die 40-Jährige dann den Juden Shmuel kennen. „Durch ihn hab’ ich viel über den Glauben erfahren.“ Zweimal war sie mit ihm in Israel. „An der Klagemauer zu stehen, war für mich ein Gefühl, angekommen zu sein“, beschreibt sie. Daraufhin hat sie begonnen, an der Volkshochschule Hebräisch zu lernen. Den Kurs damals leitete Zeman. „So haben wir uns kennengelernt.“

Ziel des jüdisch-boarischen Stammtischs ist es, einen Ort der Begegnung zu schaffen. Ganz wichtig ist den beiden dabei, ein freudvolles und nach vorne gerichtetes Miteinander zu schaffen. Die dunkle Vergangenheit wollen sie ganz bewusst ausgrenzen. So sollen eventuelle Vorurteile und Hemmnisse abgebaut werden.

Das Interesse bislang ist enorm.„Zu meiner großen Überraschung haben wir offenen Türen eingerannt“, freut sich Zeman. Nicht nur zahlreiche Juden haben bereits ihr Kommen zugesagt, auch Garmisch-Partenkirchens Zweite Bürgermeisterin Daniela Bittner (CSB), der evangelische Pfarrer von Mittenwald, Wolfgang Scheel, Pfarrer Andreas Lackermeier und Pfarrvikar Philipp Kielbassa von Partenkirchen sowie Pfarrer Martin Karras von Garmisch wollen daran teilnehmen.

Geplant ist, dass sich der Stammtisch zu einer festen Einrichtung etabliert und einmal im Vierteljahr stattfindet. Auch soll der Wunsch wahr werden, gemeinsam jüdische Feiertage zu feiern, sagt Zeman. Wichtig ist jedoch erst einmal, dass sich die verschiedenen Kulturen am Stammtisch kennenlernen. Die beiden Initiatoren fragen deshalb auf ihrer Einladung auch: „Gefillte Fisch und Schweinsbraten, wie passt das zamm?“. Dass die Unterschiede gar nicht so groß sind, weiß Zeman, der mehrere Jahre in Jerusalem studiert hat. „Das Altes Testament ist das, was in der Tora steht.“ Außerdem kennt er einige Juden, die Mitglied im Trachtenverein sind. Daher würde er sich wünschen, wenn auch Vertreter der hiesigen Heimatvereine kämen. Zu essen gibt es übrigens gefillte Fisch.

Julia Pawlovsky

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