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Halbzeit an Schulen: Kinder erklären ihr Zeugnis

Garmisch-Partenkirchen - „Wie lange dauert’s denn noch?“ Julia Berners Frage lässt nur eine Deutung zu: Sie und ihre Freundinnen Evelyn Bartnik und Paula Grzesiczek wollen zurück in ihre Klasse 3g – und jetzt nicht über ihr Zwischenzeugnis reden.

© Sehr

Julia Berner

Der Zeugnis- und damit letzte Schultag vor den Ferien ist für sie zwar etwas ganz Besonderes. Aber nicht, weil es Noten gibt. Sondern weil sich Klassenlehrerin Anja Krinninger an der Grundschule Partenkirchen was Lustiges ausgedacht hat: einen Verkleidungswettbewerb. „Und Süßigkeiten bekommen wir“, ruft Julia noch. Damit sind die Mädchen weg. Klar, dass die drei den Tag rundum genießen können. Denn ihre Noten sind herausragend – nur Einser und Zweier. Ein bisschen haben sich die Achtjährigen aber doch Zeit genommen und dem Tagblatt ihre Lieblingsfächer verraten und wie sie mit Abschreibern umgehen.

Julia Berner: Natürlich ist Julia zufrieden mit ihrem Zeugnis – bei fünf Einser und fünf Zweier. Nur eine Zwei, die stört sie ganz gewaltig: die in Sport. „Ich weiß nicht, warum ich die hab.“ Sie spielt Basketball – in einem Team mit Evelyn und Paula – und Tennis, fährt Ski, klettert und besucht einen Selbstverteidigungskurs. Und dann hat sie eine Zwei! „Vielleicht liegt’s am Werfen“, vermutet sie und lacht verschmitzt. „Da bin ich schon richtig schlecht.“ Neben dieser Note ärgert sie in der Schule sonst nur eines: wenn andere immer bei ihr abschreiben. „Ich leg dann schon immer ein Federmäppchen neben mich. Aber das bringt einfach nichts.“

© SehrEvelyn Bartnik

Evelyn Bartnik: Der Jubel ist groß: Acht Einser stehen bei Evelyn im Zeugnis, nur zwei Zweier sind’s. Einer davon in Deutsch. Bei diesem Fach plustert die Achtjährige gleich die Backen auf und verdreht die Augen. „Da muss man so viel schreiben. Da tut mir die Hand immer richtig weh.“ Ihre Lieblingsfächer sind Sport und Kunst. Bei so vielen guten Noten ist es klar, dass davon ein paar Mitschüler profitieren und auch mal bei Übungen abschreiben wollen. Evelyn ist’s mittlerweile egal – weil sie so denkt wie ihre Freundin und Banknachbarin Paula: „Wenn er bei mir abschaut, dann kann er’s halt später in der Probe nicht. Das hat er dann davon.“

© SehrPaula Grzesiczek

Paula Grzesiczek: Mathe, das kann sie ganz und gar nicht ausstehen. „Weil’s so viele Zahlen gibt. Und da muss man dann so viel denken.“ Paula lacht frech. Dann rümpft sie die Nase. Generell gehe sie ja eigentlich nicht so gerne in die Schule. „Nur manchmal“, wie am Zeugnistag, „da mussten wir ja nicht lernen“. Das aufgeweckte Mädchen spielt halt lieber Basketball oder geht zum Tanzen. Die Noten leiden darunter kein bisschen: Paula hat fünf Zweier – einen davon in Mathe – und fünf Einser. Und das wird natürlich von den Eltern belohnt: Die Achtjährige hat sich eine Barbiepuppe gewünscht, die „Monster high“.

kat

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