Garmisch-Partenkirchen - Einen „Schlussstrich“ erwartet Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer, und einen „gewissen Abschluss“. Der Neubau der Olympia-Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen sei abgerechnet.

© Ströter-Archiv
Schwierige Geburt: Das Aufstellen der Schanze im November 2007. Erst vier Jahre später wird vom Rathaus das ganze Ausmaß der Kostensteigerung bestätigt. Die Verantwortung dafür hat bislang keiner übernommen.
Am Mittwochabend soll der Gemeinderat im öffentlichen Teil seiner Sitzung noch die letzten Kosten genehmigen, dann sei das Vorhaben „erledigt“, meint er. Doch so einfach wird sich ein Schlussstrich nicht ziehen lassen, denn die Kosten für das Projekt sind nach Berechnungen des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes (BKPV) um sage und schreibe 89 Prozent explodiert - von 9,138 auf 17,24 Millionen Euro. Deshalb ist in der ersten öffentlichen Debatte seit Übergabe des Prüfberichtes eine Abrechnung zu erwarten - eine politische Abrechnung der Opposition.
Bei strittigen Themen haben Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) und die Marktverwaltung aber schon in der Vergangenheit versucht, dem Gemeinderat eine detaillierte Chronologie zu Beschlüssen und Informationen entgegenzuhalten und damit Kritik und persönliche Attacken zu entkräften. Beobachter rechnen damit, dass dies auch heute der Fall sein wird. Zumal die CSU bis zum Frühjahr 2008 die absolute Mehrheit im Gremium hatte. In dem Zeitraum waren die entscheidenden Weichen zu stellen, unter anderem mit der Einsetzung der vierköpfigen Gruppe, die für eine zügige Abwicklung sorgen sollte. Als der jetzt amtierende Gemeinderat 2008 gewählt wurde, war die Schanze bereits eröffnet - es begann die Zeit, in der der Bürgermeister und die Verwaltung die Kostenexplosion leugneten und bei Nachfragen vertrösteten.
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