Garmisch-Partenkirchen - Zweieinhalb Stunden wurde am Mittwochabend diskutiert. Dann hat die Debatte um die drastische Kostenexplosion beim Neubau der Skisprungschanze ein überraschendes Ende genommen.

© Thomas Ströter
Der Bau der Olympia-Skisprungschanze im Dezember 2007.
Mit 16 zu 14 Stimmen erteilten die gewählten Volksvertreter der Verwaltung um Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) praktisch einen Freispruch. „Der Marktgemeinderat stellt fest, dass seitens der Verwaltung und des Bürgermeisters kein Fehlverhalten oder Pflichtverletzungen festzustellen sind und nimmt von der Einleitung dienst-, arbeits- oder disziplinarrechtlichen Maßnahmen sowie haftungsrechtlicher Schritte oder Regressforderungen Abstand“: So lautete der Beschlussvorschlag, der mit dem Stimmen des CSB von Schmid sowie den Freien Wählern angenommen wurde. Lediglich der Freie Wähler Paul Kollmannsberger scherte aus. Zu den Gegenstimmen von CSU und SPD kamen jene von Andreas Grasegger (Bayernpartei) und Ecko Eichler (FDP). Das Verfahren ist damit vorerst beendet – allein die Stellungsnahme des Landratsamtes steht noch aus.
"Ich werde mir und meiner Fraktion nicht das Recht nehmen lassen, die Vorgänge in jeglicher Hinsicht überprüfen zu lassen", entgegnete vielsagend die CSU-Fraktionssprecherin Elisabeth Koch.
Der Bürgermeister hatte vor der Sitzung eingeräumt, dass „nicht alles optimal gelaufen ist“. Die politische Verantwortung habe er aber bereits in den Jahren 2007 und 2008 übernommen. „Der Wähler hat gewusst, dass es teurer wird“, sagte er mit Blick auf die Wahl im März 2008. Trotzdem sei er im Amt bestätigt worden. (nah)
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