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Kramertunnel: Schwierige Arbeiten vor der Brust

Garmisch-Partenkirchen - 900 Meter sind's noch, dann sind die Tunnelbau-Experten wirklich gefragt: Dann geht es im Süden des Kramertunnels an komplizierte Gesteinsschichten. Im Norden ruht der Vortrieb nach wie vor...

Auf Hochtouren laufen die Arbeiten für den Kramertunnel im Süden. Während der Erkundungsstollen dort täglich 15 Meter länger wird, ruht der Vortrieb im Norden. foto: sehr

Auf Hochtouren laufen die Arbeiten für den Kramertunnel im Süden. Während der Erkundungsstollen dort täglich 15 Meter länger wird, ruht der Vortrieb im Norden. foto: sehr

Die Weihnachtsferien sind vorbei, auch auf der Baustelle für den Kramertunnel. Seit dieser Woche sind die Mineure wieder an beiden Portalen der Ortsumfahrung Garmisch im Berg. Hauptsächlich geht es im Süden voran. „Derzeit sind wir rund 1180 Meter im Kramer“, nennt Martin Maier, Abteilungsleiter für Ingenieurbau beim Staatlichen Bauamt Weilheim, die Fakten.

Täglich kommen circa 15 Meter hinzu. Momentan „läuft alles absolut nach Plan“, die Arbeiter haben gute Bedingungen. Derzeit fressen sich die Maschinen durch den Hauptdolomit, „da geht es leicht“, sagt Maier.

Doch mit jedem Meter steuern die Mineure auf einen kritischen Abschnitt zu. In rund 900 Metern Entfernung und 60 bis 80 Arbeitstagen kommen die Verantwortlichen zur sogenannten Kramerüberschiebung. Dort hat sich das Massiv über die darunterliegenden Gesteinsschichten geschoben, das Material wurde zermalmt. Maier vergleicht die Konsistenz mit Fensterkitt. Deshalb wird der Vortrieb dann wesentlich langsamer vorangehen.

Hinzu kommt, dass gebohrte Löcher sich wieder von selbst schließen. Das haben Maier zufolge Probebohrungen ergeben. „Nach einem Wochenende haben wir die Rohre schon nicht mehr so tief ins Gestein bekommen.“

Die Kramerüberschiebung ist aber nur die erste Problemstelle, auf die sich die Experten einstellen müssen. Denn kurz danach, vom aktuellen Stand rund 1,5 Kilometer entfernt, beginnt die Lockergesteinsschicht. „Aber ganz genau wissen wir nicht, wo sie anfängt. Das gilt es noch zu erkunden“, fügt Maier hinzu.

Auch dort dauert das Vorankommen dann länger - bis es möglicherweise nicht mehr weitergeht. Nämlich an der Stelle, wo das Grundwasser zum Problem wird - und die im Norden bereits erreicht ist.

Wie berichtet, ruht der Vortrieb dort, weil die Mineure nicht nur rund 150 bis 200 Meter Sand und Geröll vor der Brust, sondern auch bis zu 40 Meter Wasser über dem Kopf haben. Ein anderes Verfahren ist nötig, derzeit werden verschiedene Varianten geprüft. „Diesbezüglich gibt es keinen neuen Stand“, vermeldet Maier.

Bis eine Lösung gefunden ist, werden Restarbeiten erledigt. Unter anderem betonieren die Experten im Norden die Tunnelwände, da nach den Sprengungen scharfkantige, unebene Ausbrüche zurückbleiben. Außerdem werden die Beleuchtung installiert und die Entwässerung des Stollens so hergerichtet, dass sie automatisch läuft.

Janine Tokarski

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