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Kurz vor Schluss

Garmisch-Partenkirchen - Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen hat nur noch bis Ende des Jahres Zeit, die Fördermittel für das Projekt bayerische Modellkommune für Elektromobilität zu beantragen. Am Mittwoch soll in der Beschluss fallen.

Seit Juli 2010 ist Garmisch-Partenkirchen nun schon bayerische Modellkommune für Elektromobilität. Um den Zuschlag hat sich die Marktgemeinde seinerzeit sehr bemüht. Seitdem dieser gefallen ist, ist davon allerdings wenig zu merken. Außer zwei Akku-Ladestationen, eine am Richard-Strauss-Platz und eine am Riessersee Hotel, weist nichts daraufhin. Doch jetzt stehen die Uhren auf fünf vor zwölf: Nur unter der Voraussetzung, dass es in diesem Jahr noch losgeht, hat Garmisch-Partenkirchen Anspruch auf die finanzielle Unterstützung des Freistaats. Und die ist nicht zu knapp - bis zu zehn Millionen Euro Fördergelder winken.

„Das Konzept liegt komplett vor“, unterstreicht Prof. Wolfgang Seiler, Umweltbeauftragter der Gemeinde und Koordinator des Projekts „Nachhaltiges Garmisch-Partenkirchen“. Die Planungsskizze trägt das Datum 29. September, die Förderrichtlinien des bayerischen Wirtschaftsministeriums stehen seit 15. August fest. „Wir können aber erst aktiv werden, wenn der Gemeinderat ein klares Mandat ausgesprochen hat, darauf warten jetzt alle“, erklärt Seiler. Genau dieses fehlt noch. „Allerdings ich habe keinen Einfluss auf den Gemeinderat.“

Dieser hat sich das Thema nun für seine morgige Sitzung auf die Tagesordnung gesetzt. Dann wird über die Gründung eines Zentrums für E-Mobilität und die Beteiligung der Kommune abgestimmt. Warum erst jetzt, erklärt Rathaussprecher Florian Nöbauer: Verschiedene Stellen in der Verwaltung hätten dazu befragt werden müssen. Zudem seinen rechtliche und organisatorische Punkte zu berücksichtigen gewesen. „Wir haben nichts hinaus gezögert“, stellt er klar. „Wenn wir vorschnell gehandelt hätten, hätte man uns das vorgeworfen.“

Aber kommt der Beschluss nun nicht eigentlich schon zu spät? „Es ist große Eile geboten“, betont Seiler. Hoffnung hat der Umweltbeauftragte dennoch: „Wenn wir klar machen können, es passiert jetzt etwas, dann bekommen wir einen Aufschub.“ Doch bis eine Entscheidung fällt, hat der Marktgemeinderat noch einiges zu besprechen. „Wo werde das Zentrum innerhalb der Verwaltung angesiedelt und wie realisiert, zählt Nöbauer auf. „Da ist doch einiges zu klären. Und vor allem die Frage: Was kostet uns das in den drei Jahren?“

Gerade die finanziellen Auswirkungen sind wohl der Knackpunkt. Die E-Mobilität müsse in ein bestehendes Verkehrskonzept integriert werden. Und dazu zählt auch, weitere Partner wie die Gemeindewerke oder die Firma Langmatz zu gewinnen. Diese müssen allerdings 50 Prozent der Kosten selbst tragen. Hier hat Nöbauer eine gute Nachricht: „Es gibt Interessensbekundungen für mögliche Partnerschaften.“ Ein Lob spricht er dabei Seiler aus, der „hat sich sehr reingekniet“.

Wie die Gemeinderatsmitglieder morgen entscheiden, vermag der Rathaussprecher nicht zu sagen. „Natürlich kann’s auch abgelehnt werden. Dann werden keine Fördermittel beantragt.“ Soweit möchte Seiler aber nicht denken. „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es ein tolles Projekt ist.“

Julia Pawlovsky

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