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    • 24.06.12
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22. Bataillonsfest der Gebirgsschützen Werdenfels

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Eschenlohe - Es war tatsächlich ein krönender Abschluss: Mit dem 22. Bataillonsfest der Gebirgsschützen Werdenfels wurde die Festwoche in Eschenlohe beendet. Hunderte Zuschauer standen an den Straßen, als sich der lange Festzug durch den Ort schlängelte.

© Thomas Sehr

Bataillonsfest der Gebirgsschützen Werdenfels

Die Lederhose passt, der Hut sitzt. In seinen Händen hält Quirin, 8, einen Holzstab, an dem oben ein Schild befestigt ist. Neben ihm steht seine Schwester Theresa, 9. Beide schauen ungeduldig zurück, der Festzug steht. Theresa packt ihren großen schwarzen Hut an der Krempe, damit der nicht vom Kopf fällt. Na, wann geht’s weiter? Jetzt. Die Geschwister laufen langsam wieder los, links und rechts stehen hunderte Zuschauer, die die beiden gespannt betrachten. Immerhin steht auf Quirins Schild, wer hinter ihm im Festzug des 22. Bataillonsfests der Gebirgsschützen Werdenfels marschiert. Die Oberammergauer sind es. Unter ihnen ist auch der Papa von Theresa und Quirin: der Fähnrich Sepp Schmid. Er und seine Kinder sind nur drei von rund 1500 Bayern, Tirolern und Südtirolern, die an diesem Tag das Brauchtum in Eschenlohe zelebrieren: Mit Trachten – beziehungsweise Monturen, wie es die Gebirgsschützen nennen –, Musikern und einem Festgottesdienst.

22. Bataillonsfest der Gebirgsschützen

Den halten Pfarrer Siegbert Schindele und Pater Prof. Dr. Dr. Leo Weber. Letzterer fordert im Angesicht der zahlreich schick gekleideten Zuhörer: „Treue zur Heimat, Treue zur Tracht, Treue zur Kirche.“ Eigentlich braucht er das gar nicht zu betonen. Denn an dem sonnigen Sonntagvormittag spiegeln sich alle drei Dinge in Eschenlohe wieder. „Amen“ murmeln Hunderte auf der „Rieder“ – und genießen den Blick auf die Berge, der sich von hier erschließt. „Es ist einfach herrlich“, sagt Anton Weissenegger, 70. Der Südtiroler ist mit den Gebirgsschützen aus Leifers gekommen. Und herrlich findet er nicht nur das Wetter und die Aussicht – sondern vor allem den Eifer der Eschenloher, sich und ihre Heimat zu präsentieren. Weissenegger schwärmt: „Hier sind so viele junge Menschen dabei. Das ganze Dorf macht mit. Das ist einfach schön.“

Otto Schlotter, 65, ist eigentlich nur zufällig vorbeigekommen. Den Karlsruher führte seine Radltour durch den Ort, für den Umzug stieg er gern einmal ab – die Menschenmasse hat ihn beeindruckt. „Das gefällt mir hier gut. Wirklich interessant“, sagt er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Es sind ja auch viele hübsche Mädels dabei.“

Besonders viele waren es aus Eschenlohe – die Gastgeber stellten selbstverständlich die meisten Teilnehmer. „Wir waren rund 300“, schätzt Hauptmann Thomas Benedikt. Der ist mit dem Ablauf der Festwoche mehr als zufrieden. Zwei Jahre Vorbereitung – „die haben sich gelohnt“. Damit alles klappt, haben der Trachtenverein D’Loisachtaler, die Gebirgsschützenkompanie Eschenlohe und das Gebirgsschützenbataillon Werdenfels eng zusammengearbeitet. „Ihr wart ein wunderbares Team“, lobt Hans Jais, Kommandant des Bataillons Werdenfels, der 19 Vereine und Organisationen beim Fest auf den Straßen des Ortes begrüßen konnte.

Die Teilnehmer kamen unter anderem aus Bad Kohlgrub, Murnau, Ohlstadt und Mittenwald – aber auch aus Prien am Chiemsee, Königsdorf und Lechaschau (Tirol). Und so unterschiedlich ihre Formationen, Trachten und Anfahrtswege waren, am Ende hatten alle das gleiche Ziel: das Festzelt. So manch einer konnte Mass und Hendl sichtlich kaum erwarten. Brauchtum ist eben auch mal anstrengend. Aber so schön.

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