Gastgeber eines interessanten Abends: KEG-Geschäftsführer Matthias Kratz (l.) und Gewerbebeirats-Vorsitzender Peter Imminger (r.) mit dem Referenten Josef Rother. foto: nah

Größtes Problem sind teure Grundstücke

Landkreis - Kreisentwicklungsgesellschaft präsentiert Ergebnisse der Unternehmensbefragung.

Eineinhalb Jahre sind vergangenen, seit die Unternehmen im Landkreis befragt wurden. Im Auftrag der Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG) hat die Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (GEFAK) wissen wollen, wie zufrieden die 1800 Firmen zwischen Staffelsee und Karwendel sind. 400 von ihnen haben geantwortet. Die Ergebnisse zeigen: Es fehlt vor allem an freien und bezahlbaren Gewerbeflächen. Die Daten, die dem Landkreis nun zur Verfügung stehen, nannte GEFAK-Referent Josef Rother einen „wahren Schatz“. „Darin steckt jede Menge Potenzial. Das Problem wird jetzt aber sein, das umzusetzen.“

Rother kennt sich aufgrund seiner Arbeit in der Region aus. Was ihm auffällt: Die Wirtschaftsförderung wird in anderen Landkreisen unterschiedlich gewichtet. „Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und das Berchtesgadener Land sind deutlich besser aufgestellt.“ In Miesbach gebe es zum Beispiel eine eigene Standortförderung mit 3,5 Vollstellen. In Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt diese Aufgabe bei der KEG. Was mit den bestehenden Strukturen möglich sei - „das ist die Frage“, sagte Rother.

Handlungsempfehlungen, die aus der Befragung resultieren, gibt es jedenfalls seitenweise für den Gewerbebeirat um Peter Imminger. Darunter sind folgende Vorschläge: der Aufbau eines Ausbildungsportals und einer Stellendatenbank im Internet, die Entwicklung von Weiterbildungsangeboten für Erwachsene, Kontaktaufnahme zu Schulabsolventen, Beratung zu Fördermöglichkeiten und die Vermittlung von freien Gewerbeflächen.

Letztere gehören zu den Punkten, die den Unternehmen in der Region Sorge bereiten. Wie Rother erklärte, ist die Verfügbarkeit und der Preis von passenden Grundstücken ein Negativ-Faktor bei der Bewertung der aktuellen Lage. Und das Problem hat zwei Seiten. Zum einen finden Betriebe keine bezahlbaren Flächen, um zu expandieren. Zum anderen werden ihnen in anderen Landkreisen günstigere Angebote gemacht. Das sei, wie es unter den rund 30 Teilnehmern in Farchant hieß, auch im Fall der Murnauer Firma Tipecska so gewesen, die nach Obersöchering abgewandert ist. Imminger zufolge hat der Gewerbebeirat dieses Problem fokussiert. Diskutiert werde darüber, ob mehrere Gemeinden gemeinsam neue Gewerbegebiete schaffen. „Das wäre ja vor zehn Jahren noch nicht denkbar gewesen“, betonte der Bürgermeister von Oberau (CSU).

Zu den weiteren Punkten, die die Unternehmen in der Region als negativ bewerten, gehört die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, die teuren Lebenshaltungskosten in Verbindung mit dem Gehalts- und Lohnniveau sowie die Anbindung an den Flughafen. Interessant ist auch der Faktor, den die Unternehmen im Landkreis am positivsten bewertet haben: die Schönheit der Natur, gefolgt von der medizinischen Versorgung. Nicht besonders gut kommt das Landratsamt weg: Dessen Service wird von vielen Unternehmen als „sehr schlecht“ eingestuft.

  • 0 Kommentare
  • 0 Google+
    schließen