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Großeinsatz für die Feuerwehren: In Wallgau stand ein altes Sägewerk in Vollbrand.

Feuerschein über dem Isartal

Wallgau: Altes Sägewerk abgebrannt

Wallgau - Ein stillgelegtes Sägewerk in Wallgau ist am frühen Donnerstagmorgen niedergebrannt - trotz eines Großeinsatzes von Rettungskräften. Die ersten Informationen.

Bilder: Feuer im Sägewerk Wallgau

Hansjörg Zahler musste unmittelbar an 1996 denken. Damals war in der Nacht das Haus des Gastes in Wallgau ausgebrannt. Und das Bild am frühen Donnerstagmorgen erinnerte ihn sofort an damals: „Wie ein Atompilz“ sei die Rauchsäule zunächst weit über 100 Meter in die Höhe gestiegen und habe sich dann durch de Luftströmungen verteilt. Die Flammen waren weithin sichtbar, erleuchteten das Dorf. „Das schaut gar nicht gut aus“, hat sich der Wallgauer Bürgermeister beim Blick aus dem Fenster gegen vier Uhr morgens noch gedacht. Dann rannte er zum Einsatzort: zum von seinem Wohnhaus etwa 500 Meter entfernten, ehemaligen Sägewerk an der Flößerstraße.

Nicht zu retten: Die Gebäude brannten nieder.

Und was die Feuerwehren dort feststellten, war tatsächlich wie damals, am Dienstag, 23. April 1996: Das Haus war nicht mehr zu retten. „Die Lage war klar, das Gebäude stand im Vollbrand“, sagt Einsatzleiter Johann Holler von der Feuerwehr Wallgau. Das ehemalige Sägewerk fiel den Flammen zum Opfer. Oberste Priorität hatte daher zunächst, die umliegenden Häuser vor den Flammen abzuschirmen. Das nur etwa zehn Meter entfernte Wohnhaus wurde jedoch in Mitleidenschaft gezogen: Die Fensterscheiben waren Holler zufolge geborsten, Wände angekokelt. Es gehört, wie auch das ehemalige Sägewerk, dem langjährigen Gemeinderat Dr. Josef Neuner. Er selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nach Auskunft Zahlers war er während der gesamten Löscharbeiten vor Ort.

1926 wurde das Sägewerk eröffnet, in den 1980er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Seitdem stand sie leer. In den vergangenen Jahren nutzte Neuner die Anlage Zahler zufolge als Reithalle und Unterstellplatz für seine Islandponys. Zwei von ihnen erlebten den Großbrand mit, verfolgten ihn wie unbeteiligte Zaungäste: „Vollkommen ruhig marschierten sie zwischen den Feuerwehrmännern herum“, erzählt Zahler. Sie wurden eingefangen. Passiert ist ihnen nichts, auch sonst kam offenbar niemand zu Schaden.

Den Brand hatten die gut 100 Einsatzkräfte bereits etwa eineinhalb Stunden nach der Alarmierung gegen 3.40 Uhr durch Anwohner gelöscht. Übrig geblieben ist ein Gerippe aus Holzbalken und etwa 100 000 Euro Sachschaden, schätzt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Hinzu kommt wohl ein enormer immaterieller Schaden für Besitzer Neuner, vermutet Zahler. „Er ist mit dem Sägewerk aufgewachsen, verbindet seine Kindheit damit.“ Warum das Gebäude in Flammen aufging, konnte Polizei-Sprecher Jürgen Thalmeier gestern nicht sagen. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung gebe es aber keine, betont er. „Die Ermittlungen bezüglich weiterer Ursachen laufen in alle Richtungen.“ Diese übernimmt die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen; ein Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamts wird hinzugezogen. Das betroffenen Grundstück darf bis auf Weiteren nicht betreten werden. „Es herrscht Einsturzgefahr“, warnt Kommandant Holler.

Noch bis gestern Vormittag haben sich die Helfer um Absperrungen und die Nachlöscharbeiten gekümmert. Insgesamt waren etwa 100 Feuerwehrmänner aus Wallgau, Mittenwald und Partenkirchen im Einsatz, plus zehn Mann vom BRK. Übrigens genau wie 1996.

Matthias Holzapfel

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