Ausblick vom Feinsten: Leutnant Andreas Künzel beim letzten Sicherheitscheck. foto: Bundeswehr

Über den Dächern von Berlin

Mittenwald - Einen spektakulären Auftritt haben die Mittenwalder Gebirgsjäger in Berlin hingelegt. Sie seilten sich von der französischen Botschaft ab.

Ein Ausblick vom Feinsten: unten der Pariser Platz, rechts das Brandenburger Tor, links das Hotel Adlon. Doch für die Sehenswürdigkeiten Berlins hat Leutnant Andreas Künzel in diesem Moment kein Auge. Auf dem Dach der Französischen Botschaft bereitet sich der junge Offizier vom Gebirgsjäger-Bataillon 233 auf einen ganz besonderen Einsatz vor. Denn mit einigen Kameraden soll sich Künzel zu Ehren der deutsch-französischen Freundschaft aus luftiger Höh’ abseilen und einen Banner an der Hausfassade ausrollen.

Mit dieser akrobatischen Nummer soll an den geschichtsträchtigen Schulterschluss der beiden ehemaligen Erbfeinde vor 50 Jahren erinnert werden. 1963 hatten hierzu Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle den Elysee-Vertrag unterzeichnet.

Höchste Konzentration herrscht vor dem Abseilen. Derweil spielen am Brandenburger Tor die Musiker des sechsten Pionierregiments die Hymnen Frankreichs, Deutschlands und Europas. Mit den letzten Takten beugen sich die Bergführer über die Dachkante der Botschaft und treten den Weg nach unten an - beäugt von vielen Schaulustigen. Alles klappt wie am Schnürchen. „Es ist eine Ehre, hier an diesem Ort, ein Stück Geschichte zu schreiben“, fasst Leutnant Künzel seine Endrücke zusammen. eb/csc

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