Wissenschaftlich fundiert hat sich Prof. Dr. Harald Kunstmann vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen dem Wetter in der Region bei einem Vortrag in Murnau genähert - auf Einladung der Bund Naturschutz Ortsgruppe Murnau mit Umgebung (BN). Kunstmann prognostizierte nicht nur, dass in der Region bis 2050 ein Temperaturanstieg von gut einem Grad zu erwarten sei - auch die Niederschläge werden mehr: Kunstmann geht von einem Anstieg von bis zu 15 Prozent aus. Dies alles ist einer Klimasimulation zu entnehmen, die die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau mit einbezog.
„Im Winter erwarten wir die größte Erwärmung“, sagte Kunstmann. Im Alpenbereich werden die Sommer ihm zufolge generell trockener, die Winter eher feuchter. Kunstmann räumte mit falschen Vorstellungen auf. Es sei nicht so, dass es nur wärmer werde. So sei in Garmisch-Partenkirchen die Temperatur im Monat Februar zwischen 1936 und 2006 um 1,1 Grad gesunken. Was der Forscher auch deutlich machte: „Von einzelnen Extremen, wie Dürren und Hochwasser, kann man nicht auf eine Klimaänderung schließen.“
Die Wissenschaftler sammeln in mehreren Messstationen Daten, um dem Klimawandel nachzuspüren. Eine steht im Graswangtal. Jeden Tag kontrolliert Kunstmann, der an der Uni Augsburg den Lehrstuhl für Regionales Klima und Hydrologie innehat, Sonneneinstrahlung, Wind, Temperatur, Luft- und Bodenfeuchtigkeit sowie Schneehöhe. Man geht ins Detail. Doch es gebe „noch immer große Unsicherheiten bei der Abschätzung künftiger Klimaentwicklungen“, sagte der gelernte Physiker.
Kunstmanns anfangs aufgeworfene Frage, ob sich Palmen künftig auch nördlich der Alpen ansiedeln könnten, verneinte er am Ende. Diese Pflanzen „werden es auch weiterhin schwer haben, hier heimisch zu werden.“ Südlich des Alpenhauptkamms, am Lago Maggiore, gedeihen übrigens welche.















