Der Ausschuss hatte ein Schreiben von Pächter Kurt Höller vorliegen. Der Gastronom beantragte, einen Teil der Umkleidekabinen zu entfernen. Sie werden laut Höller kaum mehr genutzt. „Das Freizeitverhalten hat sich geändert. Die Leute ziehen sich auf der Wiese um“, sagt Höller. Doch er würde zwei Kabinen behalten wollen, die man in den den nördlichen Bereich der Anlage verlegen könnte. Höller, der seit 2004 das Freibad gepachtet hat, würde mit einem Abriss zusätzliche Sitzplätze im Freien gewinnen.
Im Ausschuss entwickelte sich eine Grundsatzdiskussion. Vizebürgermeister Josef Bierling (CSU) plädierte nachdrücklich dafür, sich generell damit zu beschäftigen, wie es mit dem Bad weitergehen soll. „Es ist ganz wichtig, ein Konzept zu erstellen bevor man weitermacht.“ Die Gemeinde stecke jedes Jahr Geld in das Bad. „Das Ganze gehört einfach überplant.“
Dies sahen auch Dritter Bürgermeister Guntram Gattner (ÖDP/Bürgerforum) und Elisabeth Hoechner so. Die Marktgemeinde sollte aus Sicht der SPD-Sprecherin bei dem Thema „in die Gänge kommen“. Auch Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) fand, dass ein Konzept „dringend überfällig“ sei.
Ernst Ochs (SPD) betonte, die Gemeinde müsse aufpassen, dass das Lido „ein Naturbad bleibt und nicht langfristig zu einem Restaurant mit Seezugang wird“. Auch Bierling fand, der Abriss der Umkleidekabinen wäre „ein weiterer Schritt, den Gastronomie-Betrieb zu stärken“. Letzten Endes beschlossen die Gemeinderäte auf Hoechners Anregung, im März ein Treffen einzuberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Antrag zum Abriss der Umkleidekabinen wurde zurückgestellt.
Wie berichtet, gibt es auch Überlegungen im nördlichen Bereich des Lido eine Seesauna zu schaffen. Team 4 der Bürgerinitiative Murnau Miteinander hat sich darüber den Kopf zerbrochen und Entwürfe vorgelegt. Dieses Konzept wurde bisher in einem nichtöffentlichen Arbeitskreis des Gemeinderats behandelt. Auch Höller hat der Gemeinde Pläne für die Neugestaltung des Badegeländes unterbreitet.
SPD-Einzelkämpfer Manlik schlägt nun ergänzend beziehungsweise als Alternative zu diesen Konzepten den Bau einer sogenannten Finnischen Sauna vor. An einem See seien solche „meines Wissens in der näheren und weiteren Umgebung nicht vorhanden, was ein Alleinstellungsmerkmal für unser Bad bedeutet. Die Grundbestandteile sind relativ preiswert in Erstellung und Unterhalt und lassen sich, je nach Bedarf, erweitern“, schreibt Manlik in einem Antrag an den Gemeinderat. Das Bad würde mit einer finnischen Sauna aus seiner Sicht an Attraktivität gewinnen und dem Pächter erschlösse sich eine zusätzliche Einnahmequelle. Manliks Antrag wird bei den Haushaltsberatungen behandelt, die am heutigen Montag im Hauptverwaltungsausschuss beginnen (ab 18 Uhr). Höller sagt, er sei nicht gegen eine Sauna. „Aber ob das Freibad der richtige Ort dafür ist, muss man überdenken.“ (roy)














