Nach Kahlschlag an der B2: Behörde sorgt für Ersatz

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    • 26.02.13
    • Murnau
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Nach Kahlschlag an der B2: Behörde sorgt für Ersatz

Spatzenhausen - 87 Bäume wurden im Herbst 2011 an der B2 zwischen Murnau und Spatzenhauser Kreisel gefällt. Nun folgt eine Ersatzpflanzung. Zuvor müssen an der B2 aber weitere Bäume weichen.

Der öffentliche Aufschrei war laut und heftig. Verantwortliche des Staatlichen Bauamts Weilheim hatten im Herbst 2011 tabula rasa gemacht, um die B2 für Autofahrer sicherer zu gestalten. Zwischen dem Murnauer Norden und dem Spatzenhauser Kreisel ließen sie im großen Stil Bäume entfernen, um die „ganz markante Zahl der tödlichen Unfälle“ zu reduzieren. Der Abschnitt hatte sich als besonders gefährlich erwiesen.

Seit ein paar Tagen fallen wieder Bäume, wenn auch in viel geringerem Umfang: Noch bis Donnerstag werden nach Angaben von Stefan Vogt, Sachgebietsleiter am Bauamt, insgesamt 15 bis 20 zwischen Spatzenhausen und Weilheim entfernt. Proteste blieben aus. Ins Visier geraten problematische, geschädigte und kranke Bäume. Danach sei Schluss - „für diesen Winter. Wir werden uns den Zustand der Bäume immer wieder ansehen und wollen für die Zukunft nicht aussschließen, wieder welche zu entfernen und Ersatzpflanzungen vorzunehmen“, betont Vogt.

Jetzt steht der „Ausgleich“ für den Kahlschlag 2011 an. Im Frühjahr lässt das Bauamt entlang der B2 „in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde“ über 90 Linden und Ahornbäume an ungefährlichen Stellen setzen, etwa innerorts oder im Bereich von Feldwegen und mit ausreichend Abstand zur Straße - den Großteil im Bereich von Spatzenhausen und Obersöchering. 30 weitere sollen folgen, die Standortsuche läuft. „Wir sind auf die Gemeinden zugegangen und sehr offen empfangen worden“, so Vogt.

Spatzenhausens Bürgermeister Georg Wagner sieht die Pflanzung positiv: „Was man der Natur zugefügt hat, muss man kompensieren.“

Wagner hatte 2011 kritisiert, dass er im Vorfeld nicht über die Fällung informiert worden sei. „Damals hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl erwartet. Das Radikale hat den Bürgern nicht so gefallen“ - obwohl er generell Verständnis habe, wenn ein Baum gefällt werde, um die Sicherheit zu erhöhen. Dass es sich beim betroffenen Bereich um einen Unfallschwerpunkt handle, „ist allgemein bekannt“.

Vogt sieht bereits „Anlass zur Hoffnung“, dass sich die Verkehrssicherheit nach der Baumfällung zwischen Murnau und Spatzenhausen „deutlich verbessert“ habe. Auch Murnaus Polizei-Chef Joachim Loy glaubt, dass sich die Aktion „auswirkt auf die Zahl der tödlichen Unfälle“. Tatsächlich starb 2012 kein Mensch mehr auf der B2 zwischen Spatzenhausen und Murnau; an einem Baum an dieser Strecke hatte zuletzt eine 21-Jährige im Juli 2011 ihr Leben verloren. Vogt verweist auf Statistiken: Die Wahrscheinlichkeit zu sterben liege vier- bis fünfmal höher, wenn ein Fahrer bei einem Unfall mit einem Baum kollidiert statt auf freiem Feld zu landen. Also ist er „nach wie vor davon überzeugt“ davon, dass eine Fällung bestimmter Bäume der richtige Schritt sei.

Der Bund Naturschutz hatte den Kahlschlag 2011 gegeißelt. Auch im aktuellen Fall sei die Ortsgruppe Murnau mit Umgebung nicht eingebunden worden, sagt der Vorsitzende Dr. Rudolf Nützel, der die Ersatzpflanzung indes begrüßt. Generell gilt für ihn: Es könne sinnvoll sein, einzelne Bäume zu fällen, wenn diese etwa umzustürzen drohten. „Ich sehe es aber kritisch, wenn gesunde entfernt werden.“ Es sei „Pflicht der Straßenbaubehörde“, die Karten auf den Tisch zu legen. „Solange sie das nicht tut, werden wir es einfordern - und unterstellen, dass eine Fällung nicht notwendig gewesen wäre.“ (sj)

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