Die Wildsau - zunehmend ein Problem

Eschenlohe - Die Wildschweine sind auf dem Vormarsch. Vor allem im Nordlandkreis tauchen sie verstärkt auf. Um dem Problem Herr zu werden, sollten alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Dies betonte Bauern-Kreisobmann Nikolaus Onnich am Dienstag in Eschenlohe.

Sie gelten als schlau und wechseln häufig den Standort. Unter guten Bedingungen können sie sich explosionsartig vermehren. In letzter Zeit werden vor allem im nördlichen Landkreis verstärkt Wildsauen gesichtet. „Die Problematik ist größer geworden“, betonte Nikolaus Onnich, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Rahmen einer Veranstaltung des BBV und der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Eschenloher Brückenwirt. Das Thema traf offenbar einen Nerv. Denn mehr als 200 Interessierte bevölkerten den Saal. Landwirte, Jäger, Revierpächter und Jagdvorstandsmitglieder waren gekommen, um Referaten von Fachleuten zu lauschen.

Wildschweine wurden zum Beispiel in letzter Zeit in Bad Kohlgrub, Ohlstadt oder Großweil registriert. Doch auch aus Oberammergau, Ettal und Krün gibt es Meldungen. Mengenmäßig halten sich die Schwarzkittel wohl noch in Grenzen. Hubertus Rechberg, Vorsitzender der Kreisgruppe des Jagdverbands, erklärte, es seien „noch nie mehr als 15“ im Jahr geschossen worden.

Gleichwohl empfahl Andreas Tyroller, Fachberater in der BBV-Hauptgeschäftsstelle, aktiv zu werden. „Nichts zu tun ist das Schlechteste. Wenn man nicht aufpasst, fressen die euch innerhalb von ein paar Jahren die Haare vom Kopf.“

Um dies zu verhindern, sei die Ernährungssituation der Schweine im Herbst und Winter mit entscheidend. Wenn diese gut sei, „werden die Sauen im nächsten Frühjahr viele Frischlinge haben“. Daher sei unter allen Umständen zu vermeiden, dass die Tiere in der kalten Jahreszeit Energie in Form von Eicheln und Bucheckern bekommen. Zudem müsse man sich Gedanken machen, wie Hirsche und das Rehwild gefüttert werden, und ob die Sauen da herankommen.

Berufsjäger und Schwarzwildberater Alexander Mania plädierte eindringlich dafür, revierübergreifende Jagden zu organisieren. Dies sei „unabdingbar“. Zudem seien Sachlichkeit, Disziplin und Verstand gefragt. „Es geht nicht darum, diese Tierart auszurotten, sondern darum, diese Dynamik zu bremsen.“ Durch intensivste Bejagung der Frischlinge könne man das Schlimmste verhindern.

Auch Rasso Höck, stellvertretender Leiter des Gestüts Schwaiganger, hat verstärkt mit der Problematik zu tun. Zunächst habe man die Schweine im Loisachmoos registriert. „Inzwischen kommen sie flächendeckend vor, mal hier mal da.“ Die Bejagung sei „sehr schwierig“. Die Schwarzkittel seien nicht ausrechenbar wie andere Wildarten und „haben einen Riesenaktionskreis“.

Die Schweine halten sich gerne in Wiesen auf, die am Waldrand liegen. Dort durchwühlen die Tiere den Boden, weil sie Engerlinge und Würmer suchen. Dabei entstehe „enormer Schaden“, betonte Onnich. Für ihn steht fest: „Wir können nur gemeinsam eine Lösung finden." (roy)

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