Garmisch-Partenkirchen - Im Olympia-Krach bemüht sich die Staatsregierung um Entspannung. Ein Minister-Brief soll wichtige Grundbesitzer überzeugen: keine Enteignungen, großzügige Miet-Angebote. Das Klima aber bleibt belastet.

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Die FIS-Schneise der Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen.
Noch immer sind wichtige Flächen in Garmisch-Partenkirchen nicht gesichert. Die Staatsregierung geht nun nochmal auf die Grundbesitzer zu. Nach Informationen unserer Zeitung schrieb Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) fünf Eigentümer an und bemühte sich um versöhnliche Töne. Schriftlich bestätigte er, es werde für Olympia keine Enteignung und keinen Übergang von Eigentum geben.
Die Staatsregierung sichert den Besitzern im Brief zu, die Flächen in ihrem ursprünglichen Zustand zurückzugeben. Wo Schäden auftreten – etwa, wenn eine Wiese in Folgejahren schlechter wächst – gebe es Ausgleichszahlungen. Das sei mit Sicherheiten, einer Bürgschaft und durch das Olympia-Gesetz hinterlegt, sagt Schneider. Die Grundbesitzer erreicht er nur über den umstrittenen Münchner Anwalt Ludwig Seitz, bietet aber „persönliche Gespräche“ an.
Seitz hingegen mag der Staatsregierung nicht glauben. Er verweist auf das Kandahar-Grundstück eines seiner Mandanten (übrigens einst hoher Funktionär des Skiclubs), wo die Gemeinde jüngst eine „vorzeitige Besitzeinweisung“ für die Ski-WM 2011 beantragt hatte. „Das wird auch Auswirkungen auf die Olympia-Bewerbung haben“, sagt er. Das sei der Gegenbeweis zu den Beteuerungen, dass es für Sportveranstaltungen wie Olympia keine Enteignungen geben werde. „Das Grundstück meines Mandanten wird auch für Olympia gebraucht.“ Mit diesem Vorgehen werde die Solidarität der Bevölkerung zu den Grundstücksbesitzern weiter steigen.
Von Christian Deutschländer und Alexander Schwer
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