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    • 23.01.13
    • Oberammergau
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6000 Euro aus Pension verschwunden

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Bad Bayersoien - Eine Soierin lässt Filmaufnahmen von ihrem Haus machen. Als der Kameramann abreist, fehlen 6000 Euro in der Kasse. Der Mann leugnet einen Diebstahl. Geholfen hat's ihm nicht.

Angereist war der 52-Jährige aus dem Westerwald, um Aufnahmen der Pension in Bad Bayersoien zu machen. Am letzten Tag seines Aufenthalts habe der Mann aus einem Umschlag im Büro der Pensions-Inhaberin 6000 Euro in Scheinen entwendet, sagte Staatsanwältin Christine Milger in der Anklage.

Der Beschuldigte stritt ab. An diesem Tag habe er zunächst mit der Wirtin seinen gedrehten Kurzfilm an ihrem Computer angeschaut, anschließend eine Anzahlung von 500 Euro für sein Werk erhalten und sei sodann abgereist, um seine Mutter nach Ruhpolding zu begleiten.

Dort erwartete ihn dann eine böse Überraschung: Plötzlich standen die Soierin und der Wirt ihres Lokals vor ihm und hätten verlangt, er solle das Geld zurückgeben. „Ich holte also die 500 Euro.“ Doch die Frau habe gefragt, wo das andere Geld sei, dass ich ihr gestohlen habe. Daraufhin habe er die Polizei gerufen, um die Angelegenheit zu klären.

Etwas anders hörte sich allerdings die Schilderung der Ammertalerin an: Der Mann sei während seines Aufenthalts stets unruhig hin- und hergegangen. „Er gab mir dann am Ende zwei Computersticks und die Rechnung, ich gab ihm eine Anzahlung, die ich aus meinem Geldumschlag nahm. Dann musste er ganz schnell weg.“ Als sie den Diebstahl bemerkt und den Kameramann in Ruhpolding überrascht habe, „wurde er plötzlich leichenblass und verwickelte sich in viele Widersprüche“. Und zur Tatzeit sei niemand sonst in der Nähe des Büros gewesen. Ihrer Meinung nach habe der Angeklagte die paar Minuten genutzt, die er völlig allein im Raum gewesen sei, um das Geld zu stehlen. Schon bei der Bezahlung seines Honorars habe er mitbekommen, dass der Umschlag voller Scheine war.

Der Tatnachweis, betonte die Staatsanwältin, könne nur durch Indizien geführt werden. Doch trotz einiger Zweifel überwog bei ihr die Annahme, dass der Mann die Tat begangen hat.

Zu dieser Einschätzung kam auch Richter Paul Georg Pfluger. Der 52-Jährige habe unter erheblicher Geldknappheit gelitten, hohe Schulden und ein monatliches Einkommen von nicht einmal 1000 Euro. Hinzu kommen zwei Einträge des Angeklagten im Bundeszentralregister aus früherer Zeit. Darum verhängte Pfluger schließlich eine einjährige Freiheitsstrafe, ausgesetzt für drei Jahre zur Bewährung. Zudem erhielt der Mann die Auflage, die 6000 Euro in Monatsraten von je 100 Euro an die Soierin zurückzuerstatten.

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