Ein paar Italiener sind bereits da. Tag für Tag drehen sie auf ihren Langlaufskiern Runden zwischen Ettal, Graswang und Oberammergau - und begutachten die Strecke, auf der sie am Samstag, 2., und Sonntag, 3. Februar, beim 41. König Ludwig Skilanglauf Gas gegeben wollen. So wie viele andere Sportler auch. 4400 Meldungen sind bereits eingegangen. Rekord. Der kann gesteigert werden: Es gibt immer noch Startplätze - einzig beim 50-Kilometer-Lauf im klassischen Stil müssen Interessierte nun den Weg über die Warteliste wählen.
Damit ist klar: Das Unglück vor einem Jahr, als ein Schwede (74) 400 Meter nach dem Start tot zusammengebrochen war und starb, hat keine Auswirkungen auf die Fortsetzung des traditionsreichen Laufs. Auch nicht auf das Interesse der Skandinavier: Allein aus den nördlichen Ländern haben sich 1500 Teilnehmer angemeldet. Insgesamt gehen 32 Nationalitäten an den Start. 350 Sportler kommen aus Tschechien nach Oberbayern - 2012 waren es nur 50. „Super“, findet das Chef-Organisator Hans Reicherl, der damit die Früchte einer erfolgreichen Werbekampagne in diesem Land erntet.
Bei den Profis braucht er solche Kniffe nicht mehr - die kommen von ganz allein ins Ammertal. „Bei uns starten mittlerweile die Besten“, sagt Reicherl. Sein Stellvertreter Marc Schauberger pflichtet ihm bei: „Die ganze Weltelite im Ski-Marathon-Bereich ist in Oberammergau vertreten.“ So hat sich heuer die Doppel-Olympiasiegerin Claudia Nystad angekündigt, ebenso sind sechs Wasalauf-Gewinner dabei.
Denen gilt es etwas zu bieten: „Wir wollen eine perfekte Loipe“, betont Reicherl. Dafür sind Josef Hutter und seine Kollegen fleißig im Einsatz. Schon im November wurde mit dem ersten Schnee die Grundlage für den Lauf geschaffen. „Jetzt haben wir stellenweise 30 bis 40 Zentimeter Dicke“, beschreibt Hutter. Ein Teil der Strecke kann allerdings nicht befahren werden: Richtung Linderhof liegt zu wenig Schnee, deshalb drehen die Langläufer bereits an der Roten Brücke wieder um - und laufen die gleiche Runde zweimal. Nur so kann auch nach den warmen Temperaturen, die für die nächsten Tage angesagt sind, sicher gestartet werden. Trotzdem schaut Hutter skeptisch auf den Wetterbericht. „Regen wär nicht tragisch“, versichert er. „Aber warme Temperaturen und Wind sind das Schlimmste, was passieren könnte.“ Dann hätten die Verantwortlichen für die Loipen noch allerhand zu tun, um den tausenden Läufern perfekte Bedingungen verschaffen zu können.
Die große Teilnehmerzahl ist nicht nur für die Organisatoren des Laufs ein großes Glück, sondern für ganz Oberammergau. „Ohne den Lauf wäre der Ort jetzt leer. Um diese Zeit ist es mit der Vermieterei meistens nicht so einfach“, betont Sonja Schauberger, Vize-Chefin des Vereins Pro Gast Tourismus. So aber seien die Zimmer größtenteils „ausgebucht“. Bis Bad Kohlgrub würden Sportler untergebracht. Ein Großteil von ihnen reist am Freitag an. Dann haben die Italiener die Loipen nicht mehr für sich allein.
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