Die Gemeinde hatte zu Jahresanfang unverhofft per Aushang nach einem neuen Pächter suchen müssen, weil der langjährige Wirt Thomas Kruta gekündigt hatte - ihm war, so darf spekuliert werden, die Sache wegen der ungeklärten Zukunft des Kurhauses wohl zu unsicher geworden. Nun nimmt sich Dagmar Eisenblätter dem gastronomischen Betrieb an. Sie hatte „vor Weihnachten von der Sache gehört“, sich beworben und in der vergangenen Woche den Pachtvertrag mit der Kommune unterschrieben. Die 60-Jährige aus Bad Kohlgrub kennt sich in der Gastronomie gut aus. „Ich habe mein Leben lang in der Hotellerie gearbeitet“, sagt sie.
Die gelernte Hotelkauffrau hatte 1975 in einem Ettaler Hotel angefangen, arbeitete danach in gastronomischen Betrieben in Murnau und Bad Kohlgrub. Auch Bad Bayersoien kennt sie bereit ganz gut: Eisenblätter war im gemeindeeigenen „Fischerhäusl“ am Soier See tätig.
Groß was ändern im Kurhaus-Café will sie nicht. Böhmisch-bayerische Küche soll es geben - was ein kleiner Tribut an Eisenblätters Wurzeln im tschechischen Riesengebirge ist. Täglich ab 10 Uhr wird die neue Wirtin das Kurhaus für Gäste öffnen, im Winter ist donnerstags geschlossen. Eines ist ihr wichtig, betont die künftige Pächterin: „Ich will eine persönliche und gemütliche Umgebung und Atmosphäre schaffen.“
Das hört Bürgermeister Eberhard Steiner natürlich gern. „Ich bin wirklich froh, dass das Kurhaus weiter belebt ist“, erklärt er. Dagmar Eisenblätter hat einen einjährigen Vertrag, der sich automatisch verlängert - wenn keine Seite vorzeitig kündigt.
Wie es mit dem Kurhaus von Seiten der Gemeinde insgesamt weitergeht, das steht nach wie vor in den Sternen: Verkaufen oder behalten? Sanieren, aber wie? Eigentlich sollte der Gemeinderat schon längst einen Beschluss gefasst haben, aber noch hat sich die eingerichtete Arbeitsgruppe zu keinem einvernehmlichen Lösungsvorschlag durchringen können.















