Garmisch-Partenkirchen - Das Zentrum für Nachhaltigkeit wird es in Garmisch-Partenkirchen nicht geben. In aller Stille hat das Kabinett Mitte September das Ende für das Projekt auf dem alten Bowlinggelände besiegelt. Die Gemeinde wurde kalt erwischt.

© Thomas Sehr
Vergangenheitsbewältigung: Eine Baufirma reißt die alte Bowlingbahn nieder. Nach einem Brand im September war – besonders wegen der Schneelast im Winter – die Gefahr zu groß geworden, dass das Gebäude einstürzt.
Ein breites Bündnis aus Traditionsvereinen und Verbänden hatte sich zusammengeschlossen, auch politische Parteien und Gruppierungen hatten während der Bewerbung gekämpft. Wenn schon die Olympischen Winterspiele 2018 in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen werden, dann sollten sie der gesamten Region einen möglichst großen Gewinn bringen für die Zukunft: neue Arbeitsplätze, eine finanzielle Förderung bei den ohnehin notwendigen Sanierungen von Olympia-Eissportzentrum, Alpspitzwellenbad und Kongresshaus, das neue Zentrum für Nachhaltigkeit sowie den Ausbau der Schienen- und der Straßenverbindungen.
Ein echtes olympisches Erbe!
All das war auch im Olympia-Gesetz festgeschrieben, das der Landtag verabschiedet hat. Doch fast alles davon ist inzwischen in sich zusammengefallen – jetzt auch das Nachhaltigkeitszentrum auf dem alten Bowlingareal an der St.-Martin-Straße.
Die Verwaltung der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen wurde von der Nachricht am Mittwoch völlig überrascht: Sie erfuhr sie vom Tagblatt. „Das wäre sehr bedauerlich“, sagte Rathaussprecher Florian Nöbauer. „Es zeigt aber auch, wie eng all diese Investitionen mit Olympia 2018 verbunden waren.“ Wie die Kommune auf diese Entscheidung reagiert, das vermochte er noch nicht zu sagen. Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) werde den Beschluss erst hinterfragen.
Matthias Holzapfel
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