Garmisch-Partenkirchen - Viereinhalb Jahre nach Baubeginn steht fest, wie teuer die neuen Skisprung-Schanze in Garmisch-Partenkirchen wirklich ist: 17,24 statt 9,9 Millionen Euro.

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Es kommt Licht ins Dunkel: Lange Zeit waren die Kosten für die Schanze unklar. Nun werden Zahlen genannt.
17,3 Millionen Euro: Drei Jahre lang stand diese Zahl für den denkbar schlimmsten Fall, geisterte als Schreckgespenst durch die Marktgemeinde und ließ den Steuerzahler immer mal wieder zusammenzucken. Nun ist klar, dass der „worst case“ so gut wie eingetreten ist. Statt der geplanten 9,9 Millionen Euro kostet die neue Skisprung-Schanze 17,24 Millionen Euro. Diese Zahl, die von Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) bestätigt wurde, bedeutet eine Kostensteigerung von 74,14 Prozent.
„Das ist eine bedauerliche Erhöhung, die es in Zukunft nicht mehr geben darf“, erklärte sein Sprecher Florian Nöbauer. Auf Tagblatt-Anfrage gab er die „finalen Zahlen“ aus der Schanzen-Abbrechnung heraus. Demnach belaufen sich die reinen Baukosten auf 16,8 Millionen Euro. Zu dieser Summe gilt es jedoch, den Abbruch der alten Schanze, die Einrichtung der Baustraße, das Herrichten der Stadioninnenfläche, die Beseitigung von Unwetterschäden und alle Anwaltskosten hinzuzurechnen.
Eine erste Ohrfeige hat er bereits im Oktober 2008 bekommen. Damals tauchten die befürchteten 17,3 Millionen Euro erstmals in einem Geheimprotokoll der Projektleiter „Drees & Sommer“ auf. Als die Zahl öffentlich wurde, dementierte Schmid zunächst und erklärte: „Wir sind weit weg von den Zahlen.“ Zwei Wochen später gestand er dann im Gemeinderat ein, dass es „im schlimmsten Fall“ soviel werden könnte. Ein Aufschrei ging durch den Ort.
Seitdem ist es immer ruhiger um das Millionengrab Skisprung-Schanze geworden - was auch daran lag, dass es immer weniger Informationen aus dem Rathaus gab. Im Januar vergangenen Jahres mussten die Verantwortlichen einräumen, schon 16,3 Millionen Euro überwiesen zu haben. Seitdem gab es keine neuen Wasserstandsmeldungen, dafür aber wilde Gerüchte. Die Summe 22 Millionen Euro machte die Runde. Zahlenspiele, die Nöbauer nun gern widerlegt.
Genauen Aufschluss über alle Abläufe und ihre Folge gibt der Abschlussbericht des Kommunalen Prüfungsverbandes, der derzeit im Rathaus geprüft werde. Die Einrichtung hat den Schanzenbau-Prozess seit 2007 intensiv begleitet, unabhängig bewertet und ist bei strittigen Fragen vermittelnd aufgetreten. Dadurch konnten laut Nöbauer „Rechtsstreitigkeiten mit hohen prozessualen Risiken vermieden werden“. Der Bericht des Verbandes soll in diesem Herbst den Gemeinderäten vorgestellt werden. Direkt im Anschluss ist eine Präsentation in der Öffentlichkeit geplant.
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