Geretsried - Weil in Geretsried immer dichter gebaut wird, wird es auch auf den Straßen zunehmend enger. Es fehlt an Stellplätzen für Bewohner und Besucher.

Eine Katastrophe ist nach Einschätzung von Stadtrat Norbert Junius die Situation am Dompfaffenweg. „Dort haben wir als Stadt sehr viel Bebauung zugelassen, und jetzt wissen die Leute nicht, wo sie ihre Autos hinstellen sollen.“ Foto: sh
Einen Stellplatz pro Wohneinheit gibt die Bayerische Bauordnung seit 2007 als Richtzahl vor. Dass dies an der Realität vorbeigeht, kann man in einem Neubaugebiet am Buchenweg sehen: In die dortigen Mietwohnungen sind viele Paare gezogen, beide berufstätig, beide mit Auto. Doch in der Tiefgarage und auf dem Grundstück gibt es nur einen Stellplatz pro Wohneinheit. Alle anderen müssen irgendwo im Viertel parken und handeln sich schnell einen Strafzettel ein. Der Buchenweg wie auch der Kiefern- und Erlenweg sind so genannte verkehrsberuhigte Zonen, in denen nur auf den dafür gekennzeichneten Flächen geparkt werden darf.
Entlang der Adalbert-Stifter-Straße gibt es zwar eine Reihe von Parkbuchten. Doch auch dort könnte es künftig eng werden. Auf dem ehemaligen Kneisl-Grundstück wird im Frühjahr mit dem Bau einer Servicewohnanlage für Senioren begonnen. Weil es sich um altersgerechte Wohnungen handelt, wurde ein niedrigerer Stellplatzschlüssel angelegt. Für die 46 Wohnungen und zwei Praxen sind nur 18 Stellplätze in der Tiefgarage und zwölf auf dem Grundstück eingeplant. Für nicht ausreichend hält dies Norbert Junius. „Die ältere Generation ist heute viel länger mobil als früher“, sagt der CSU-Stadtrat. Außerdem hat er die Sorge, dass aus der Servicewohnanlage irgendwann eine gewöhnliche Wohnanlage werden könnte, wie es beim Betreuten Wohnen an der Egerlandstraße der Fall war. „Und dann kann man nicht mehr am Stellplatzschlüssel drehen.“
Das Bauamt will nun bis zur Sommerpause einen Entwurf für eine eigene Stellplatzverordnung für Geretsried vorlegen. Nach Ansicht von Junius ist dies auch notwendig. „Wenn wir weiter so verdichten, dann bekommen wir auch rund um den Karl-Lederer-Platz in zehn Jahren ein Riesenparkplatzproblem." (sas)
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