Geretsried - Barrierefreie Wohnungen, genügend Nahversorger, der Aufbau einer Nachbarschaftshilfe - diese Aufgaben kommen auf die Stadt Geretsried nach der Auswertung der Seniorenbefragung 2010 zu.

1250 Menschen über 85 Jahre werden Prognosen zufolge in 20 Jahren in Geretsried leben. Foto: red
Der Landkreis hat jeden sechsten Bürger über 60 Jahre schriftlich nach seiner Lebenssituation und seinen Vorstellungen vom Altwerden befragt. Die Stadt Geretsried hat zusätzlich speziell die Bedürfnisse ihrer rund 6000 Senioren ermittelt. 1333 Fragebogen wurden ausgefüllt zurückgeschickt und von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (Afa) sowie dem Institut für Sozialplanung (SAGS) ausgewertet. Das Ergebnis stellten die Mitarbeiter Sabine Wenng und Christian Rindsfüßer beim „Runden Tisch Senioren 2011“ am Dienstagnachmittag im Rathaus vor.
In Geretsried leben mehr ältere Menschen als in den übrigen Landkreisgemeinden. Auch die Zahl der Hochbetagten ist etwas höher. In 20 Jahren wird es Prognosen zufolge 1250 Menschen über 85 Jahren geben. Auf diese Entwicklung sollte man nach Ansicht von Seniorenreferentin Sabine Gus-Mayer vorbereitet sein.
Als interessant bezeichnete Sabine Wenng, dass 40 Prozent der Senioren im hohen Alter auf die Unterstützung ihrer Kinder zählen, genau so viele aber später einmal nicht von ihren Kindern abhängig sein wollen. Derzeit werden zwei Drittel aller Pflegebedürftigen von ihren Angehörigen in den eigenen vier Wänden gepflegt. Jeder Zehnte nimmt ambulante Dienste in Anspruch. Diese Zahl wird voraussichtlich steigen, weshalb der Aufbau einer gut funktionierenden Nachbarschaftshilfe in den Augen von Sabine Gus-Mayer unerlässlich sein wird.
Auch die Stadt sollte sich dem Rat der Experten zufolge auf die wachsende Zahl älterer Menschen einstellen. Gewünscht wurden in der Befragung mehr Geschäfte des täglichen Bedarfs in Wohnnähe sowie mehr Fachärzte. Auf Barrierefreiheit, ausreichend Sitzbänke und öffentliche Toiletten (Stichwort: Inkontinenz) sollte die Stadt achten, wenn sie als seniorenfreundlich gelten wolle.(tal)
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