Glonn - In allen Geschäften in Glonn soll er ab kommendem Montag als ganz normales Zahlungsmittel gelten, der Glonnthaler. Damit will der Gewerbeverband den örtlichen Einzelhandel fördern.

Glonner Geld in der Hand: (v.l.) Franz Kellner (Gewerbeverband,) Bürgermeister Martin Esterl, Franz Demmel (Sparkasse) sowie Heike Pfeifer und Oliver Gehrmann (Gewerbeverband). Foto: sro
Gemeinsam den Standort stark machen und nicht in Egoismen verharren: Das ist das Ziel des Gewerbeverbandsvorsitzenden Franz Kellner. Deshalb wurde ein Geschenkgutschein entwickelt, der nicht nur in einem Glonner Laden eingelöst werden kann, sondern der in vielen Geschäften gilt. „Der Kunde hat die Entscheidungsfreiheit, hat die Auswahl“, so Kellner am Donnerstag bei der Vorabpräsentation im Glonner Rathaus. In Grafing funktioniere das schon, so Kellner. „Die sind Vorreiter. Aber sie haben keinen Namen für den Gutschein.“
Die Idee, das Zahlungsmittel „Glonnthaler“ zu nennnen, wurde von Bürgermeister Martin Esterl vorangetrieben. „Das liegt doch eigentlich auf der Hand.“ Esterl sieht damit auch einen historischen Bezug. „Thaler“, wohlgemerkt mit „Th“, sei das Geld vor der Mark gewesen. Und der örtliche historische Zusammenhang sei auch klar. Schließlich ist Glonn ein „Markt“. Im Ortsteil Kreuz hätten sich früher Handelsrouten gekreuzt und der Ortsteil Frauenreuth sei bekannt für seinen Pferdemarkt gewesen.
Der Umgang mit dem Zahlungsmittel soll unkompliziert sein. Wer beispielsweise mit einem Zehn-Glonnthaler-Schein in einem Geschäft nur Ware für acht Euro einkauft erhält den Rest in Euro ausbezahlt. Wird der Glonnthaler-Schein in der Sparkasse eingereicht, werde ebenfalls Euro ausbezahlt. Danach wir der Gutschein vernichtet. Das bedeut auch, dass immer wieder Glonnthaler nachgedruckt werden, mit jeweils neuen Seriennummern. Die Währung wird es in Stückelungen von 5, 10, 20 und 50 Euro geben. „Die fünf Euro haben wir aufgenommen, damit man sich auch ein Eis kaufen kann“, meint Kellner schmunzelnd. Mit der Einführung des Glonnthalers sieht der Gewerbeverbandvorsitzende nun aber die örtlichen Einzelhändler in der Pflicht. Sie müssten in Bezug auf Service und Angebot die entsprechende Leistung bieten. Ein runder blauer Aufkleber an der Eingangstüre eines Geschäfts weist den Laden als Teilnehmer der Aktion aus. „Wir haben aber noch nicht gehört, dass jemand nicht mitmacht“, erklärt Kellner. Bürgermeister Esterl ist zuversichtlich, dass sich der Glonnthaler zu einer „stabilen Währung“ entwickelt. „Besser und stärker noch als der Euro.“
Von Robert Langer
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