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Mirok-Li-Preis für Botschafter der Kulturen

Mirok-Li-Preis für Botschafter der Kulturen

Gräfelfing - Unter begeistertem Applaus hat Song Joon-Kun aus den Händen der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft den Mirok-Li-Preis erhalten.

© Denise Höfle

Verleihung des Mirok-Li-Preises 2011 im Bürgerhaus: (v.li.) Gesandter Botschaftsrat Byung Koo Kang, Leiter des Koreanischen Kulturzentrums Berlin, Bürgermeister Christoph Göbel, Song Joon-Kun und Hartmut Koschyk, Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft.

Der international bekannte Koreaner Mirok Li hatte seine deutsche Heimat in Gräfelfing gefunden. Die Deutsch-Koreanische Gesellschaft tat deshalb gut daran, ihren nach dem Schriftsteller und Wissenschaftler benannten Preis vor Ort in der Würmtal-Gemeinde zu vergeben. Diesmal ging die Auszeichnung für Bemühungen um die deutsch-koreanische Beziehung an einen in München lebenden Landsmann Mirok Lis. Tief gerührt nahm beim Festakt Song Joon-Kun, der Vorsitzende der Mirok-Li-Gedächtnisgesellschaft, die Urkunde und eine Figurine mit dem Bild Mirok Lis entgegen.

„Für den Preisträger muss Lis Leben ein Dejá-vu-Erlebnis sein“, würdigte der Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft in seiner Laudatio Joon-Kuns Einsatz. „Beide mussten ihr Heimatland jung verlassen, machten München zum neuen Lebensmittelpunkt und haben sich vorbildlich integriert, dabei aber ihre Tradition bewahrt.“ Anlässlich der Anwerbung koreanischer Bergarbeiter sei Joon-Kun vor 40 Jahren als Kumpel in die Ruhrgebietszeche gekommen, ehe er in München ein Lebensmittelgeschäft eröffnet habe, eine Anlaufstelle für jeden. „Man kümmert sich hier um alle und alles, hier lernen sich Koreaner und Deutsche kennen. Gleichzeitig floriert der Laden“, führte Koschyk aus.

Neben diesem humanitären Einsatz habe sich der Geehrte aber auch große Verdienste um Mirok Li selbst erworben. „Immer wieder fuhr er nach Korea, um schließlich die 25 000 Euro für eine Dauergrabstätte im Gräfelfinger Friedhof zu sammeln.“ Bürgermeister Christoph Göbel lobte Mirok Li wie Song Joon-Kun als Botschafter der Kulturen. Er zog die Parallelen zwischen Lis Einsatz für Geistesfreiheit, Wissenschaft und Menschrechte und Songs Begeisterungsfähigkeit als Brückenbauer zwischen deutscher und koreanischer Kultur. Dabei verwies er nicht zuletzt auf die traditionelle Zeremonie der Ahnenverehrung, die der Preisträger jährlich an der Grabstätte abhält. „Kamen beim ersten Mal noch sieben Personen“, erzählte Kang Byung Koo von der koreanischen Botschaft, „so sind es inzwischen weit über hundert.“

Die Hauptperson selbst war es, die auf das symbolträchtigste Ereignis des Abends verwies. Ein Schmetterling schwebte lange Zeit über den Köpfen der Zuhörer, was Joon-Kun als Zeichen für die Gegenwart Mirok Lis nahm. „Seine Seele freut sich mit uns“, ließ er Bok-Suk Ziegler von der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft und Stellvertretende Vorsitzende des Regionalverbands Bayerns seine Dankansprache auf Deutsch übersetzen. Dann machte er sich für Mirok Lis Weg der Mitte stark. Li sei ein Mann des Ausgleichs gewesen, der weder Polarisierung noch Radikalität gutgeheißen habe. „Seine einfache Lebensweise ist auch in unserer materiellen Zeit Vorbild“, mahnte der Preisträger.

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