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Professor Max Otte spricht über die Euro-Krise

Professor Max Otte spricht über die Euro-Krise

Gräfelfing - „Der Euro ist sicher“, lässt der Crash-Prophet Prof. Max Otte gleich eingangs seines Vortrages das Publikum im Chor rufen. „Jetzt haben wir es wenigstens mal gesagt“, sagt der Finanzexperte, der am Donnerstagabend im vollbesetzten Gräfelfinger Bürgerhaus über das hochaktuelle Thema „Stoppt das Euro-Desaster“ referierte, mit einem Schmunzeln.

Max Otte, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms und der Universität Graz, ist ein gefragter Wirtschafts- und Finanzexperte und Publizist von Bestsellern wie „Der Crash kommt“ oder der Streitschrift „Stoppt das Euro-Desaster!“. In Gräfelfing erläuterte er auf Einladung der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing das Entstehen der Finanzkrise und der aktuellen Euro-Krise. Der Ökonom analysierte die Ursachen, die Wirkung auf Europa und zeigte seinen möglichen Weg aus der Krise. Denn Ottes Credo lautet: „Der Euro steht am Abgrund.“

Eindeutig schuld daran sind für ihn die Investmentbanken, Finanzdienstleister und die angelsächsischen Ratingagenturen - er spricht von einer „Finanzoligarchie“, einer „entstandenen Kaste, die uns und unsere gemeinsame Währung ruinieren kann“. Laut Otte gehörten die Rating-Agenturen schlicht und ergreifend abgeschafft: „Sie messen mit zweierlei Maß und diktieren längst der Politik, was diese zu tun haben.“

Den Politikern wirft Otte vor, nichts dagegen zu unternehmen. Im Gegenteil: Durch die geforderten immensen Sparmaßnahmen gegenüber Griechenland würde der Druck nur noch erhöht und das Euro-Desaster nehme seinen Lauf. Die Risiken würden weg von den Banken hin zu Griechenland und den europäischen Bürgern verschoben. Deshalb bietet sich für den 47-Jährigen Euro-Skeptiker nur eine Lösung an: „Ein klarer Schuldenschnitt und eine geordnete Staatsinsolvenz für Griechenland.“ Des Weiteren bräuchten Deutschland und Europa eine neue Finanzmarktordnung mit Regeln, an die sich alle halten müssten, damit sie allen nützten. Nur auf diese Weise ließe sich der Zusammenbruch der Euro-Zone abwenden.

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