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Adrian Sutil: Vater spricht im Merkur-Interview

Sutils Vater: "Hamilton sollte sich schämen"

Gräfelfing – Ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung sowie 200.000 Euro Geldstrafe: So lautet das Urteil gegen den Gräfelfinger Formel-1-Fahrer Adrian Sutil. Der Münchner Merkur sprach mit Vater Jorge Sutil über das Urteil und seine Folgen.

© dpa

Adrian Sutil (2.v.l.) mit seinem Vater Jorge (2.v.r.) bei der Streckenbesichtigung in Suzuka im Jahr 2010.

Waren Sie bei dem Prozess zugegen?

Ich war nicht bei Gericht, auch nicht meine Frau. Es waren viele Freunde da, die mich informiert haben. Auch Adrians Freundin war dabei. Persönlich wollte ich nicht erscheinen. Mein Sohn hatte mir gesagt: Mir ist lieber, wenn du zu Hause bleibst.

Wie geht es Ihrem Sohn?

Der Schreck ist vorbei. Das Ganze ist furchtbar unangenehm für ihn. Er war noch nie mit so etwas konfrontiert. Ich hätte nie gedacht, dass er in eine solche Situation gerät.

Wie haben Freunde und Bekannte reagiert?

Es kam viel Zuspruch. Ich habe unzählige Mails aus der ganzen Welt bekommen. Sehr viele Fans sind enttäuscht. Es geht nicht nur um sein persönliches Ansehen, es geht auch um seine Karriere. Er zählt zu den Top Ten der Formel-1-Fahrer und muss sich jetzt damit beschäftigen, dass er irgendwie aus dieser Affäre herauskommt.

Dass er noch einmal in die Formel 1 zurückkehrt?

Zurzeit ist er nicht so gut auf die Formel 1 zu sprechen. Aber das war immer sein Traum. Jetzt muss er Abstand gewinnen, um dann die nächsten Schritte zu unternehmen.

Zur Enttäuschung, dass das Urteil so hart ausgefallen ist, kommt die persönliche Enttäuschung über Lewis Hamilton, mit dem er eigentlich befreundet ist ...

Befreundet war.

Lewis Hamilton, der neben Adrian saß, behauptet, nichts gesehen zu haben.

Das ist wirklich peinlich. Lewis Hamilton ist nach Monaco umgezogen und war nicht in der Lage, Adrian seine neue Handynummer mitzuteilen. Er hat ihn oft angerufen, zum Beispiel, wenn er private Probleme hatte. Sein Vater schickt meinem Sohn eine Mail, dass er hofft, alles geht gut beim Prozess. Und Lewis Hamilton, der Ursache der Auseinandersetzung war, meldet sich nicht einmal. Da hat sich mein Sohn einen falschen Freund ausgesucht.

Die Formel 1 ist kein einfaches Terrain.

Nein, es geht da nicht nur um persönliche Leistung. Was Lewis Hamilton angeht, sind wir sehr enttäuscht. Die sind seit Jahren befreundet. Und in einer Situation, in der Adrian Unterstützung bräuchte, lässt er über sein Team mitteilen, dass er einen anderen Termin hat. Er hätte auch anrufen und sagen können, dass er keine Lust hat zu kommen. Das hätte man akzeptieren können. Aber er hat sich nicht einmal persönlich gemeldet. Für einen großen Weltmeister ist das ein ziemlich schwaches Verhalten. Ich würde mich schämen.

Interview: Nicole Kalenda

Das vollständige Interview finden Sie in der morgigen Print-Ausgabe!

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