Grafing - Wenn eine Bürgerinitiative sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Situation für Familien mit Kindern in Grafing zu verbessern, und die Initiatoren haben selbst Kinder, die von diesen Bemühungen profitieren sollen, dann darf das „Bündnis für Grafing“ in dieser Hinsicht getrost als Selbsthilfeorganisation bezeichnet werden.

Das andere politische Gesicht Grafings: Heinz Fröhlich. jro
Bei der Vorstellung des Bündnisses und seiner Protagonisten war jedenfalls das Ganztags-Betreuungsangebot für den eigenen Nachwuchs ein großes Thema - sowohl für die Hebamme Marlene Ottinger als auch für die Frauenärztin Yukiko Nave. Als sie gehört habe, in Grafing gebe es bald ein Ganztagsangebot, meinte sie: „Hier ist es nett. Grafing ist meine Stadt.“ Umso enttäuschter sei sie gewesen, so Nave, als sich abgezeichnet habe, dass sich das Vorhaben verzögere. Auch Marlene Ottinger berichtete, sie habe ein Kind in der zweiten Klasse und das zweite werde eingeschult und deswegen setze sie sich für eine qualifizierte ganztägige Kinderbetreuung ein.
Die Vorstellungsversammlung moderierte der Grafinger Stadtrat Heinz Fröhlich, der zu diesem Thema den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude zitierte, weil jener sogar von einer „Nachmittagsverwahrlosung der Kinder“ spreche.
„Das politische Grafing soll ein anderes Gesicht bekommen“, sagte Fröhlich. „Man muss kein Parteibuch haben. Wir wollen nicht das Parteiengezänk, wir wollen für Grafing arbeiten“, versprach er den Anwesenden.
Neue Angebote in Grafing sollen auch eine neue Finanzierungsgrundlage bekommen, meinte Fröhlich und sprach von einer maßvollen Erhöhung der Gewerbesteuer, die er befürworte. Vorstandsmitglied Martin Tourneau stellte eine neue Idee vor, „wie wir an Geld kommen“ - durch ein Bürgerdarlegen oder einen Bürgerkredit, den die Grafinger ihrer Stadt gewähren sollen. Eine sichere Anlage, versprach er. „Denn eine Stadt kann nicht Pleite gehen.“
Von Michael Seeholzer
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