Grafing - Auflassen oder nicht? Diese Frage sorgt in Grafing nach wie vor für emotionale Ausbrüche. Stadträtin Ottilie Eberl (Grüne) meinte jetzt sogar: „Die Bürger wurden angelogen“. Es geht wieder einmal um die Verbindung zwischen Grafing und Ebersberg über den Kapser Berg.

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Die Unterführung Gsprait. Hier sollte eigentlich nur Anliegerverkehr durchfahren. Die Realität sieht anders aus.
Entzündet hatte sich die Debatte im Rahmen der Grafinger Stellungnahme zur Änderung des Ebersberger Flächennutzungsplans. Die Kreisstädter wollen nämlich, dass die Rosenheimer Straße nur mehr die Funktion einer Ortsstraße haben soll. Die Benutzung der Unterführung soll definitiv nur mehr für den Busverkehr erlaubt werden. Soweit die Ebersberger.
Die Stadt Grafing will sich anscheinend ein Türchen über Kaps offen halten. In der vom Stadtrat verabschiedeten Stellungnahme heißt es deswegen, man rege an, „dass es sich hierbei um eine vorläufige Regelung handelt und eine abschließende Entscheidung erst nach dem Bau der Grafinger Ostumfahrung getroffen wird.“ „Das ist Wischi-Waschi“, ärgerte sich Eberl. Mit der Ostumfahrung sei den Bürgern in der Wasserburger Straße versprochen worden, dass sie entlastet werden. „Was soll das jetzt? Da fahren Massen von Autos durch die Unterführung“, schilderte sie die derzeitige Lage.
„Es gibt keine direkte Abfahrt von der B 304“, meinte Max Graf von Rechberg (CSU). „Mit einem kleinen Grenzverkehr erkläre ich mich einverstanden.“ Olaf Rautenberg (SPD) meinte dagegen : „Das Problem ist seit Wochen gelöst, weil dort ein Schild ist: ,Wegen Überflutung gesperrt’“. Rautenberg dürfte zumindest den Anliegern an der Rosenheimer Straße in Ebersberg aus der Seele gesprochen haben, die froh sind, dass das Wasser in dem Nadelöhr steht, von dem ein Mitarbeiter des Straßenbauamts unlängst gegenüber der EZ meinte, die Planung sei nicht schlecht gewesen, sie habe nur nicht der Realität entsprochen.
„Wir müssen heute sagen, was wir wollen, nach dem Bau einer Ostumfahrung entscheidet vielleicht ein anderer Stadtrat“, warnte Josef Carpus (CSU) davor, die Stellungnahme zu sehr im Ungefähren zu halten. „Wer den kleinen Grenzverkehr will, der muss dem Bürger auch sagen, dass er ihn jahrelang angelogen hat“, meldete sich Eberl noch einmal zu Wort. In der Abstimmung waren nur die Grünen dagegen, den Kapser Berg durchgängig zu halten.
Von Michael Seeholzer
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