Otterfing - Am Ende gab’s ein Foto-Finish. Eine knappe Mehrheit befürwortete bei der außerordentlichen Bürgerversammlung ein Aussiedeln des Otterfinger Sportzentrums auf die grüne Wiese. Damit konnten sich die Skeptiker nicht entscheidend durchsetzen, obwohl sie sich ausgiebig zu Wort meldeten. Jetzt könnte ein Bürgerentscheid anstehen.

Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) und Architekt Bernhard Landbrecht hatten den rund 160 Bürgern die Planungen für ein Sportzentrum südlich der Kreuzstraße erläutert (siehe Kasten). „Ein sinniges Konzept“, fand Gerhard Heimerer, Vorsitzender des Schützenvereins, aber die wichtigste Frage sei noch offen. „Kann das überhaupt gezahlt werden?“ Die Gemeinde spare seit 2007 speziell für ein neues Sportzentrum, erläuterte Kämmerer Helmut Näher. Jährlich wurden 200 000 Euro zurückgelegt. Bis zum Jahr 2017, in dem gebaut werden soll, kommen so zwei Millionen Euro als Grundstock zusammen.
Die Finanzierung beruht laut Näher auf drei Säulen: auf Zuschüssen des Landessportverbandes, der Brauerei (laut Eglseder ein siebenstelliger Betrag) und der Gemeinde. Dazu kämen Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke am alten Standort. „Es wird keine Schuldenorgie geben“, versicherte Näher. Die Teilfinanzierung aus Grundstücksverkäufen bezeichnete Besucher Martin Walter als unseriös. „Der TSV soll an seine Mitglieder herantreten und schauen, wie er das Geld zusammenbringt.“ Eglseder sprach sich dagegen aus; niedrige Beiträge seien wichtig, weil es sich so jeder leisten könne, Sport zu treiben.
Laut Landbrecht soll das neue Sportzentrum Schritt für Schritt und je nach finanzieller Lage umgesetzt werden. Zunächst sei die Verlagerung der Fußballplätze angedacht, dann käme die Dreifachturnhalle dran. „Damit wäre das Gelände am Nordring frei.“
Umstritten war der ins Auge gefasste Standort an der Kreuzstraße. Kritiker wiesen darauf hin, dass die schmale Kreisstraße ohne Geh- und Radweg für Kinder zu gefährlich sei; zudem würde das Sportzentrum dort noch mehr Verkehr bringen. Der neue Standort sei „untauglich in der Praxis“, bemängelte Besucher Paul Pallauf. „Unser Sportzentrum ist eines der schönsten im Landkreis, viele beneiden uns darum. Die Anlage lässt sich weiterentwickeln, man muss es nur wollen.“ Die Problematik der schmalen Kreuzstraße räumte der Bürgermeister ein. „Aber daran wird gearbeitet. Die Bahnbrücke müssen wir ja auf jeden Fall sanieren.“ 2013 soll das passieren, dafür gebe es Zuschüsse. Dann werde auch die Kreisstraße gemacht; angedacht sei ein beidseitiger Geh- und Radweg.
Gegen den alten Standort sprach sich Florian Brand vom Landratsamt aus. Denn am alten Standort fürchtet er ein Lärmschutz-Problem, wenn es zum Ausbau der Sportanlagen kommt. Es habe schon Beschwerden gegeben. „Noch gilt der Bestandschutz. Bei einem Neubau muss das neu geprüft werden.“ Es könne zu zeitlichen Einschränkungen für den Sportbetrieb kommen; „Lärmschutz-Verordnungen sind streng.“
Alfred Schuster regte einen Bürgerentscheid ein. Das hält Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FWG) nicht für den richtigen Weg. „Ich hoffe, dass wir diese Frage ohne Bürgerentscheid lösen können.“ Gleichzeitig plädierte sie für den neuen Standort: „Sonst passiert uns dasselbe wie in Holzkirchen. Dort kann nichts weiterentwickelt werden, weil das Sportzentrum durch die umgebende Bebauung eingeschränkt ist.“
Von Siegfried Niedergesäss
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