Isen - Klein, aber fein ist das Motto des Isener Leinenmarktes. Deswegen hat Veranstalterin Anneli Lipfert bei der Auswahl der 60 Aussteller, die ihre Exponate beim bislang vierten „Markt im Markt" gezeigt haben, viel Wert auf traditionelle Handwerkskunst gezeigt.

Hüte als Leidenschaft: Ines Daum und Sabine Gallinat demonstrierten den Besuchern ihr Handwerk.
Zwei Tage lang konnten sich die Besucher von Vielfalt und Qualität des Angebots überzeugen und dabei viel über die einzelnen Kunsthandwerke erfahren. Manfred Grünwald von der gleichnamigen Krefelder Handweberei hat die Liebe zum Handwerk erst spät verwirklicht. Nach seiner Pensionierung ist der ehemalige Betriebsleiter einer Weberei bei seinem Bruder am Webstuhl in die Lehre gegangen. Heute produziert er reinleinene Tisch- und Bettwäsche, Geschirrtücher, Handtücher und Servietten. „Bei reinem Leinen sind Schussfaden und Kettfäden aus Leinen, während beim Halbleinen die Kette aus Baumwolle ist“, erklärt er an seinem Stand im historischen Saal des Gasthauses Klement.
Sorgfalt wendet Grünwald nicht nur beim Weben am Handwebstuhl auf. Auch die ausgewählten Garne und die Endverarbeitung seiner Leinentücher müssen strengen Kriterien genügen: „Schauen Sie sich diese Stiche an“, weist er stolz auf die kam sichtbare Saumnaht eines pastellfarbig gestreiften Gläsertuchs hin.
Handgearbeiteten Gold- und Silberschmuck zeigt Christiane Bekk im Rathaussaal. Wobei die Liebe der Goldschmiedin dem hochkarätigem Gold gilt. „Die Farbe und die Geschmeidigkeit von Legierungen, die mehr Gold enthalten, sind unübertroffen“, schwärmt die Schmuckdesignerin. Deswegen gehören die Schmuckstücke, die sich durch Klarheit und funktionelle Schönheit auszeichnen, in ein höheres Preissegment, als mancher Marktbesucher erwartet hätte: „Der Goldpreis ist so exorbitant gestiegen, dass ich inzwischen auch Silberschmuck anbiete“, erklärt sie.
Dass Textiles im Mittelpunkt des Leinenmarktes steht, bewies die Modenschau. Vor der gemalten Kulisse des Isener Marktplatzes zeigten die Models so Veranstalterin Lipfert, dass „unsere Mode auch hier in Isen getragen werden kann“. Gar nicht alltagstauglich, dafür umso prächtiger, waren die ausladenden Rokokokostüme von Brigitte Eydig, die mit viel Grazie präsentiert, den Abschluss der Modenschau bildeten.
Ob der Markt in dieser Form noch einmal in Isen stattfinden wird, steht in den Sternen. „Wir werden überlegen müssen, ob das Konzept für Isen passt“, resümiert Lipfert. Dabei gibt der Veranstalterin auch zu denken, dass Isen „der einzige Ort ist, wo uns bereits zweimal etwas gestohlen wurde“. Am Wochenende war ungarischen Ausstellern ein ganzer Ständer mit Schmuckstücken gestohlen wurden. (ahu)
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