Unterföhring - Mit einem Festgottesdienst haben die Unterföhringer Katholiken den Renovierungsabschluss und die Orgelweihe in St. Valentin gefeiert.

Einen gebackenen Notenschlüssel bekommt Pfarrer Markus Brunner (l.) von Bürgermeister Franz Schwarz (2. v.r.), dazu straheln (v.l.) Roland Eder, Organistin Maria Ebersberger, Reinhard Frenger und Johannes Erzgräber. Foto: Michalek
Im festlichen Glanz erstrahlt die barocke Kirche St. Valentin mit goldglänzenden Altären und gesäuberten Fresken. Sie bildet einen prächtigen Klangkörper für die neue Orgel, die der Gemeinde nach 30 Jahren, in denen ein elektronisches Provisorium herhalten musste, nun ganz neue kirchenmusikalische Möglichkeiten bietet. Begleitet von Pauken und Trompeten, Sängern und Streichern beeindruckte das neue Instrument die versammelte Gemeinde.
Auf der zweiten Empore drängen sich 20 Musiker: Kirchenchor, Solisten und Instrumentalisten um die neue Orgel. Es ist so eng, dass Kirchenmusikerin und Dirigentin Maria Ebersberger (24) die beiden Pauken in den Chor stellen ließ und die Sänger keinen Platz mehr hatten, ihre Noten zu halten, sie mussten auswendig singen.
Das betont auch Restaurator Wolfram Veitl-Gloo: „Der Umgang unter den beteiligten Firmen war kollegial. Es wurde kurzfristig und schnell geholfen, wenn Not am Mann war.“ Für die junge Organistin und Dirigentin ist der Festgottesdienst „eine Feuertaufe“. Bestanden hat Maria Ebersberger diese mit Bravour: „Festlich“, „bewegend“, sind die Kommentare beim anschließenden Neujahrsempfang im Pfarrzentrum, und auch der Wunsch nach mehr Kirchenkonzerten ist zu hören.
Vom Orgelneubau, über die Turmuhrsteuerung bis zur Alarmanlage, von der Säuberung der Wände, Fresken und Altäre bis zur Erneuerung der gesamten Elektroninstallationen und dem Einbau einer Temperierungsanlage, die durch die Geothermie versorgt wird, belaufen sich die gesamten Kosten auf 644 000 Euro. Die Gemeinde hat die Kosten für die Orgel mit 150 000 Euro übernommen und auch die Renovierung der Kirche mit 280 000 Euro unterstützt. Weitere Mittel kamen vom Ordinariat (129 000 Euro) und durch Spenden (43 000 Euro). „Die Finanzierungslücke liegt derzeit noch bei 42 000 Euro“, sagt Kirchenpfleger Bernhard Riederer beim anschließenden Neujahrsempfang.
Im Rückblick auf das vergangene Jahr betont der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Thomas Schmid, menschlich und emotional habe ihn am meisten „die Welle der Hilfsbereitschaft“ für den leukämiekranken Lion, einen Unterföhringer Schüler, berührt. Seine Freude drückt Bürgermeister Franz Schwarz aus, „dass das Herrichten von St. Valentin, dem Wahrzeichen Unterföhrings, so toll gelungen ist“ und wünscht in Anspielung auf den Zusammenklang der Orgelpfeifen, „dass wir alle miteinander ein Orchester bilden. Jeder einzelne ist wichtig. Wir brauchen Sie alle zusammen.“
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