Krailling - Auf einige private Hausmeisterdienste ist Josef Huber, der Leiter des Kraillinger Bauhofs, dieser Tage nicht gerade gut zu sprechen. „Mit denen gibt es immer mehr Ärger“, kritisiert er. Die Dienste arbeiteten meist mit kleinen Räumfahrzeugen: „Mit denen sausen sie über die Gehwege und schmeißen den Schnee von dort auf die Straße.“
„Das dürfen sie nicht“, bestätigt Rechtsanwalt Rudolf Stürzer, Geschäftsführer des Haus- und Grundbesitzervereins München und Umgebung, der auch viele Mitglieder aus dem Würmtal hat. Die Qualität der Hausmeisterdienste sei sehr unterschiedlich, sagt er. Es gebe „sehr gute Firmen, aber auch Schlamper“. Für solche Tätigkeiten gebe es kein Qualitätsmanagement, kein Gütesiegel und keine Prüfung: „Jeder kann morgen einen Hausmeisterdienst aufmachen.“
Bauhofchef Huber warnt vor Haftungsfolgen: Wenn aus diesem Grund ein Unfall geschehe und die Gemeinde die Straße zuvor geräumt habe, kann die betreffende Firma oder auch der Hauseigentümer zur Rechenschaft gezogen werden. Schließlich sei die Gemeinde auf ihren Straßen Verkehrssicherungsträger, sie müsse die Straßen frei halten: „Und die kommen nachträglich und schmeißen uns den Mist wieder rein.“ Das tun nach seinen Erfahrungen nicht selten auch Anlieger.
Hausmeisterdienste nutzen nach Hubers Beobachtungen oft Fahrzeuge mit recht breiten Räumschilden auf Gehwegen, für die sie eigentlich ungeeignet seien: „Dabei schieben sie den Schnee einfach auf die Fahrbahn.“ Der Schnee müsse am Straßenrand abgelegt werden - auch wenn dies wegen der dichten Bauweise, immer engeren Fahrbahnen und parkenden Autos schwieriger werde.
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