Krailling - Im Prozess um den Doppelmord von Krailling wird es für den angeklagten Onkel (51) eng. Grund: Ein Sachverständiger berichtete gestern über Hunderte von Blutspuren am Tatort. Einige davon stammten vom 51-Jährigen.
Das Gutachten von Jiri Adamec galt insbesondere dem Tatablauf in der Wohnung in Krailling (Kreis Starnberg). Demnach stand es außer Frage, dass die achtjährige Chiara in ihrem eigenen Kinderzimmer bestialisch ermordet und anschließend vom Täter auf das Bett ihrer Mutter im oberen Stockwerk gebracht worden war. Sharon (11) musste im Wohnbereich ihr Leben lassen.
Zahlreiche Wisch- und Schleuderspuren an den Wänden, Türen und Möbeln belegten einen grausigen Todeskampf, der offenbar mit äußerster Dynamik geführt worden war. Adamec und sein Team machten mit einer besonderen Chemikalie auch Blutspuren erkennbar, die der Täter versucht hatte, zu beseitigen. Dazu gehörte aber nicht seine eigene, welche die Experten in Türstocknähe zu Chiaras Zimmer fanden. Sie musste von einer schnellen Bewegung von rechts nach links stammen. Keinesfalls rührte sie von einem möglichen Nasenbluten her. Das hatte der Angeklagte im Ermittlungsverfahren als Ursache für den Flecken genannt. Im Mordprozess macht er – wie bereits mehrfach berichtet – keine Angaben.
Als besonders belastend für den Angeklagten (51) erwiesen sich seine DNA-Spuren – unter anderem an den Tatwerkzeugen wie Hantelstange, Messer und Seil. Rechtsmedizinerin Dagmar Schmid trug 620 ausgewertete Spuren vor. Ein langatmiges Prozedere, das die Strafprozessordnung fordert. Der Angeklagte ertrug es regungslos. Ab und an machte er sich Notizen. Der Prozess wird am 15. Februar fortgesetzt.
Von Manuela Dollinger und Angela Walser
Rubriklistenbild: © dpaDie Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel nicht aktiviert. Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.
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