Bad Tölz-Wolfratshausen - Im Allgemeinen hält der Kreistag große Stücke auf einen sachlichen Umgangston. Am Mittwoch aber war die Sitzung von ungewöhnlich scharfen persönlichen Angriffen geprägt.
Im Mittelpunkt standen dabei die Kreisräte Josef Maier jun. (ÖDP) und Prof. Matthias Richter-Turtur (FUW).
Schon der erste Tagesordnungspunkt läutete die aggressive Grundstimmung ein. Maiers Berufung in den Kreisausschuss war alles andere als Routine. Wie berichtet, rückte Maier vergangenes Jahr für Michael Müller in den Kreistag nach, nun stieg er zum Fraktionssprecher der Ausschussgemeinschaft aus ÖDP, FDP, FUW und Bayernpartei auf - und soll als solcher im Kreisausschuss vertreten sein.
Seine Verteidigung überließ Maier den Fraktionskollegen Monika Spies (FDP) und Prof. Matthias Richter-Turtur (FUW), der Maier als „ausgewiesenen Kenner der Kommunalpolitik“ lobte. Am Ende stimmten 31 Kreisräte für Maiers Wechsel in den Kreisausschuss, 13 dagegen.
Vielleicht war es die angeheizte Stimmung, die zuvor Georg Strobl (BP) zu einem Ausbruch hinriss - der richtete sich allerdings gegen Richter-Turtur: „Ich trete hiermit aus der Ausschussgemeinschaft aus“, verkündete Strobl. Man habe vereinbart, bei der Kreistagsarbeit das Thema Kreisklinik außen vor zu lassen. „Und es ist keine Sitzung vergangen, in der die Kreisklinik nicht schlecht geredet wurde.“
Es dauerte nicht lange, bis sich Strobls Beobachtung bestätigte. In der abschließenden Haushaltsdebatte kündigte Richter-Turtur an, gegen das Zahlenwerk zu stimmen. Er sah in dem Etat nämlich ein Zeichen „für die Förderung des Südlandkreises und die Zurücksetzung des Nordens“.
Wie der Landrat darauf reagierte, lesen Sie in der Printausgabe des Tölzer Kurier.
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