Bad Heilbrunn - Bad Heilbrunn will sich zur gentechnikfreien Gemeinde erklären. Das hat zwar keine rechtliche Wirkung. Andere Dörfer im Loisachtal wollen trotzdem nachziehen.
„Wir wollen an den Ortstafeln Schilder anbringen, dass wir eine gentechnikfreie Gemeinde sind“, sagt Thomas Gründl, Bürgermeister von Bad Heilbrunn. Wirkung von der Erklärung erwarte er zwar keine. „Es geht darum, ein Zeichen gegen Gentechnik in der Landwirtschaft zu setzen.“ Es fahren täglich 20 000 Autos auf der B 472 an den Ortsschildern vorbei: „So machen wir auf das Thema aufmerksam.“
In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 20. April, werden die Heilbrunner über die Gentechnikfreiheit entscheiden. Dass sie mitziehen, steht für Gründl außer Frage. Schließlich habe die Gemeinde 59 Landwirte, Imker, Gärtner und Verabeiter angeschrieben. 45 unterschriebene Verpflichtungserklärungen gegen Gentechnik kamen zurück. „Die Flut von Rückmeldungen hat uns gezeigt, dass wir auf der richtigen Welle schwimmen“, so der Heilbrunner Rathauschef. Den Anstoß gab der Heilbrunner Bienenzuchtverein, der den Rathauschef auf die Probleme der Imkerei mit Gentechnik aufmerksam machte.
Andere Loisachtaler Gemeinden werden nachziehen, prophezeit Peter Fichtner aus Bad Heilbrunn. Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bayerischen Bauernverbands (BBV) meint: „Die Gemeinden rennen da offene Türen ein.“ Denn die hiesigen Bauern seien sich in der Ablehnung von Gentechnik einig. „Wir meinen, dass bald die Befürworter der Gentechnik ins Hintertreffen geraten.“ Doch fehle es ein wenig an der Überzeugungsarbeit, das Bekenntnis gegen Gentechnik nach außen zu tragen.
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