Wolfratshausen - Es war das Thema an allen Tischen. In der Wolfratshauser Bürgerversammlung am Freitagabend wurde heftig diskutiert und gestaunt über die Veröffentlichung des geheimen DTK-Prüfberichts in unserer Zeitung. Landrat Manfred Nagler musste Angriffe von Rathauschef Reiner Berchtold und von Bürgern hinnehmen. Er versuchte, sich zu verteidigen, zumindest in Sachen Kreisumlage. Zur DTK-Affäre äußerte er sich weiterhin nicht inhaltlich.
Nach seinen Bericht über die Entwicklung der Stadt Wolfratshausen (siehe Seite 13) sprach Berchtold Nagler direkt an: "Mir wird ja unterstellt, ich hätte persönlich etwas gegen Sie, Herr Landrat", sagte er. "Dem ist nicht so." Doch es kristallisiere sich immer mehr heraus, dass die Verwertung des Kasernenareals "für den Landkreis absolut unprofessionell erfolgte und sich zu einem finanziellen Desaster entwickelt". Seine Frage deshalb: "Wer übernimmt die Verantwortung für die immensen finanziellen Fehlentscheidungen?"
Berchtold stellte in den Raum, dass die beiden Polizeibeamten, die Beckenbauer-Strafzettel verschwinden ließen, vom Dienst suspendiert und ohne Ansprüche auf Pensionsleistungen entlassen worden seien. Sei bei der DTK-Affäre mit gleichen Folgen zu rechnen? "Oder wird hier wieder mit zweierlei Maß gemessen?"
Später gab Nagler zu, dass im Aufsichtsrat "zu unkritisch, vielleicht auch zu wenig sachverständig" gehandelt worden sei. Er habe das Gefühl: "Manche machen sich jetzt dünne" und ließen den Rest des Aufsichtsrats "im Regen stehen".
Zu den Vorwürfen der hohen Kreisumlage betonte der Landrat erneut, dass der Kreis viel in Schulen investieren müsse, dass die Gelder der Kommunen "nur zu einem ganz kleinen Teil in die DTK" gehen und dass das Geld etwa über Sozial-, Jugend- und Arbeitslosenhilfe, Straßenbau und Nahverkehr wieder in die Gemeinden und Städten zurückfließe. Die Hälfe der Kreisumlage müsse direkt an den Bezirk weitergeleitet werden. Und überhaupt: "Eigentlich habe ich das Aufrechnen dick."
Helga Gandlgruber
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