018.01.10|Region Bad Tölz|Region Bad Tölz|1
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Benediktbeuern - Ein Unterstützerkreis aus dem Raum Benediktbeuern macht sich für eine Soforthilfe in Haiti stark. Nach der Erdbeben-Katastrophe wollen die Helfer den Wiederaufbau unterstützen.

Marie-Josée Laguerre hilft seit Jahren Kindern in Haiti.
Bereits seit vielen Jahren unterstützen Loisachtaler Bürger den Verein „Haiti-Kinderhilfe“, der von Marie-Josée Laguerre geführt wird. Die engagierte Haitianerin war erst im November in Benediktbeuern und Bad Tölz, um über ihre Arbeit zu berichten. Seit der Gründung des Vereins im Jahr 1982 wurden in Port-au- Prince drei Schulen zwei Heime, ein Gemeindezentrum und eine Krankenstation gegründet, wo zusammen 2200 Kinder untergebracht sind.
Bei dem verheerenden Erdbeben sind zwei der Schulen und ein Knabenwohnheim eingestürzt. Dabei sind nach bisherigen Erkenntnissen acht Kinder und zwei Erwachsene gestorben. Aber vieles sei noch ungeklärt. „Wir wissen nicht, ob das Personal der Krankenstation überlebt hat“, sagt Anne Maier aus Benediktbeuern.
Seit der Katastrophe ist sie ständig in Kontakt mit ihrer Freundin Marie-Josée Laguerre, die nach dem Besuch einer Bekannten noch in New York festsitzt. „Das hat ihr Leben gerettet“, glaubt Maier. Am Wochenende hat sie mit Gleichgesinnten einen Unterstützerkreis aus der Taufe gehoben. „Das Netz war schnell gespannt“, sagt Dorothee Teufel vom Katholischen Landvolk in Benediktbeuern. „Wir müssen von hier aus tun, was man tun kann“, sagt Teufel. Es sei für uns unvorstellbar und unbeschreibbar, was da geschehen ist. Anne Maier will mit ihren Mitstreiterinnen „auf breiter Basis informieren“. Deshalb habe man sich am Wochenende zusammengesetzt und einen Aufruf formuliert, der in diesen Tagen in der gesamten Pfarrei verteilt wird. Darin sind auch Auszüge aus den dramatischen E-Mails von Marie-Josée Laguerre. „Es geht ein Weinen und Stöhnen durch das Land“, schreibt Laguerre, die in ständigem Kontakt mit ihren Landsleuten steht. Und weiter heißt es: „Wir brauchen sicher viel Hilfe, ich schäme mich wieder zu betteln, aber die Not der Haitianer ist wieder einmal so unendlich groß.“
Erst vor wenigen Jahren hatte Marie-Josée Laguerre nach einer großen Überschwemmung auf der Karibikinsel geklagt: „Haiti ist ein vergessenes Land.“ Um so faszinierender ist laut Maier das Engagement ihrer Freundin an der Spitze der Haiti-Kinderhilfe. Dem pflichtet Dorothee Teufel bei: „Die leisten alle eine hervorragende Arbeit.“ Laguerre habe bei ihren Besuchen in Bayern immer wieder berichtet, wie sie mit Spendengeldern den Kindern helfen konnte.
„Wir wissen, dass jeder Euro bei den Bedürftigen ankommt“, bestätigt Maier. Sie gehe deshalb davon aus, dass „viele im Dorf uns unterstützen werden“. Man sei eine große Gruppe, zu der unter anderem auch Christine Klein, Gudrun Siewert, Dorle Lechner, Ignaz Dreyer, Marlies Sitzberger-Jall und Jutta Zimmer zählen. (ao)
Spendenkonto im Internet: www.haitihilfe-online.de
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