Benediktbeuern - Hat Gentechnik in der regionalen Landwirtschaft eine Chance? Wenn ja: Wie kann man ihren Einsatz verhindern? Darüber diskutierten Landwirte, Kommunalpolitiker und Unternehmer.

Aufruf zum Verzicht auf Gentechnik: Altbürgermeister Georg Kellner von Wackersberg. fn
Der Verbraucher ist simpel gestrickt. Am liebsten isst er gut und günstig, noch lieber besser und billiger, und was er isst, ist ihm egal. Falsch, so der allgemeine Tenor bei der Podiumsveranstaltung im Kloster Benediktbeuern zum Thema "Chancen eines Agrogentechnik-freien Landkreises".
Dass die Bürger im Landkreis immer mehr auf Qualität und Regionalität ihrer Lebensmittel achten, bestätigte auch Michael Häsch. "Unsere Umsätze steigen kontinuierlich", sagte der Vorsitzende der Solidargemeinschaft Oberland im Netzwerk "Unser Land". Der Verlust weniger produktiver Pflanzenarten und Tierrassen ist für ihn die Hauptgefahr der Agrogentechnik. "Wir brauchen aber Artenvielfalt. Und wir brauchen die Unabhängigkeit der Landwirte das anzubauen, was sie wollen und nicht, was die großen Konzerne fordern."
Eine Unabhängigkeit, die sich die Wackersberger Landwirte bereits gönnen. "Fast 100-prozentig" sind sie laut Altbürgermeister Georg Kellner vor einigen Jahren dem Aufruf der Gemeinde gefolgt, auf Agrogentechnik zu verzichten. Ein Schritt, der für Kellner für den "Erhalt unserer Landschaft, unserer Kultur und unseres Brauchtums" unabdingbar gewesen sei.
"Alleingelassen" im Kampf für eine Agrogentechnik-freie Region fühlt sich dagegen Anneliese Holzer von der Arbeitsgemeinschaft Zivilcourage Bad Tölz-Wolfratshausen. Zu wenig Verbraucher im Landkreis interessierten sich für das Thema, zu wenig Landwirte würden aktiv gegen Gentechnik auf ihren Feldern vorgehen. Und: "Handel und Gastronomie sollten auch besser mitziehen." Ihr Appell: "Jeder muss seinen Beitrag leisten." (fn)
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